Energieberatung/Verordnungen: Intelligente Zählen helfen sparen
Die Zukunft ist smart

Wer ab 2010 einen Neubau bewohnt, wird seinen Energieverbrauch sekundengenau ablesen können - der Smart Meter macht es möglich. Damit lässt sich am Ende des Jahres mit entsprechendem Nutzungsverhalten Energie- und Geldsparen.
“Big Smart Meter” is watching you. Seit 01. Januar 2010 ist in Neubauten und bei großen Renovierungen der Einsatz der intelligenten Zähler - die so genannten Smart Meter - Pflicht. Der Verbraucher kann online zu jeder Zeit einsehen, wo und wann er Energie verbraucht. Die Geräte, die den mechanischen Zähler schrittweise ersetzen sollen, messen elektronisch den Verbrauch von Strom. Auch die Nutzung von Erdgas, Wasser oder Wärme lässt sich aufzeichnen.
Smart Meter messen nicht nur den Energieverbrauch. Auch die tatsächliche Nutzungszeit wird erfasst: Die festgehaltenen Daten werden automatisch via Funk, Stromnetz, Internet oder einer Kombination dieser Kommunikationswege an den Energieversorger übermittelt. Durch diese Verbrauchskontrolle lässt sich genau nachvollziehen, wie viel Energie der allmorgendliche Badaufenthalt „gezogen“ hat und wie viel Strom durch unnötigen Stand-by-Betrieb elektronischer Geräte verloren gegangen ist. Statt monatlicher oder quartalsbezogener Abschlagszahlen kann der Verbraucher seine Rechnung auf Wunsch jetzt wöchentlich oder monatlich verbrauchsgenau erhalten. Mit dem passenden Tarif helfen sie, Energie zu sparen.
Nachteile beim Einsatz des Smart Meter
- Die Anschaffungskosten sind mit etwa 70-100 Euro vergleichsweise hoch.
- Es gibt keinen einheitlichen Zählertyp.
- Das Gerät alleine spart noch keinen Cent an Stromkosten. Nur ein regelmäßig angepasstes Konsumverhalten verhilft zum Energiesparen.
- In Feldversuchen der Anbieter wurden Einsparungen von 5-10 Prozent ermittelt.
- Durch die digitalen Aufzeichnungen gelangen sämtliche Nutzungsverläufe zum Energieversorger, was ein erhebliches Datenschutzproblem nach sich zieht und Spielraum für Manipulationen durch Hacker lässt.
Erst Ende 2010 ist effizientes Stromsparen möglich
Richtig interessant wird der Einsatz eines Smart Meters jedoch erst ab dem
30. Dezember 2010. Erst dann müssen alle Energieversorger zumindest einen Tarif anbieten, der Anreize zum Strom sparen oder zur Verlagerung des Stromverbrauches setzt. In diesem Zusammenhang nennt das Gesetz (§ 40 Abs. 3 EnWG) "lastvariable und tageszeitabhängige Tarife". So könnten Kühlgeräte, Pumpen, Waschmaschinen oder Trockner in Nebenzeiten betrieben werden, in denen preisgünstigere Tarife angeboten werden. Bis zum Jahr 2020 sollen Smart Meter nach Vorgaben der Bundesregierung in 80 Prozent der Haushalte zum Einsatz kommen.
Lohnt sich ein Smart Meter?
Das Sparpotenzial der Smart Meter, scheint unbestritten. Die Feldversuche der Energieversorger zeigen, dass der Stromverbrauch bei den Kunden im Schnitt um 5 bis 10 Prozent zurückging. Bei einem Test von EnBW haben ein Drittel der Testkunden ihren Verbrauch sogar um mehr als 10 Prozent gesenkt.







