Energie sparen/Clever sparen: Charlotte Engelhardt im Interview
"Belehrungen funktionieren nicht!"

Die gebürtige Norwegerin Charlotte Engelhardt (32) interessiert sich schon lange für Umwelt- und Gesellschaftsthemen. Deshalb dient sie auch gern als Aushängeschild für Aktionen wie „Kinderlachen“ oder die „Deutschen Energiespartage“. Uns verrät sie unter anderem, wie sie mit einem Blatt Papier prüft, ob Fenster auch wirklich dicht schließen.
Sie gelten als moderierender Kumpeltyp, mit dem man Pferde stehlen kann. Wieso sind Sie für Sendungen wie das Mutproben-TV „League of Balls“ zuständig?
Charlotte Engelhardt: Ich denke das liegt daran, dass ich bei derartigen Formaten unheimlich viel Spass habe und das auch zeige. Bei „League of Balls“ mussten die Kandidaten ja außergewöhnliche Mutproben machen. Und das alles live! Da wusste man nie, was passiert – geht es gut oder rasten die Jungs aus?
Sie können also gut mit diesem geballten Testosteron-Spektakel umgehen?
Na klar! Es freut mich sehr, für Pro-Sieben Sendungen wie „League of Balls“, „Popstars“ oder „Germany‘s next Topmodel“ moderieren zu dürfen. Gerade live kann man nie hundertprozentig wissen, was passieren wird. Das mag ich!
Man sieht Sie aber nicht so oft auf den roten Teppichen wie viele Kolleginnen, warum?
Meine Freizeit verbringe ich lieber mit Freunden und Familie. Aber wenn ich weggehe, hänge ich nicht im VIP-Bereich der Discos herum. Lieber schleiche ich mich zwischen meinen Freundinnen irgendwo inkognito rein und bleibe unerkannt.
Stattdessen unterstützen Sie zum Beispiel die Deutschen Energiespartage. Wie kamen die Initiatoren auf Sie?
Ich hatte im Rahmen meiner Moderationen für diverse Wohnsendungen wie „Do it yourself S.O.S.“, „Schlüsselreiz“ oder „Avenzio“ immer schon mit dem Thema zu tun. Ich habe mit jungen Leuten viel über das Thema Umwelt geredet und bekam oft mit, wie gleichgültig viele Kids diesem Thema gegenüberstehen.
Zu welcher Erkenntnis sind Sie gekommen?
Mich packte der Ehrgeiz, den wesentlichen Vorteil des Energiesparens für Verbraucher herauszuarbeiten: den finanziellen nämlich. Menschen kann man nur dann nachhaltig bewegen, wenn sie sich wenig einschränken müssen. Wenn ich sage: „Damit schonst du die Umwelt!“, dann bekomme ich von 19-Jährigen ein Augenrollen. Wenn ich aber sage: „Damit sparst du 400 Euro im Jahr!“, kommt sofort: „Echt, wie geht das?“ Das Bewusstsein für die Sache kommt dann Schritt für Schritt hinterher – das gute Gewissen und das Gefühl, dass es Spaß macht. Eine 180-Grad-Wendung, die noch dazu mit Einschränkungen behaftet ist, wird niemand machen. Auch Belehrungen funktionieren nicht besonders gut.
Wie kann man es also besser machen?
Oft teste ich vorher, wie junge Leute mit einem bestimmten Thema umgehen. Ich erkundige mich auf diversen Internet-Foren und versuche deren Standpunkt zu begreifen. Ich versuche ihnen gleichzeitig klar zu machen, dass sie auch etwas für sich tun. Nämlich Geld sparen, das sie dann für andere Sachen ausgeben können. Das zieht ganz gut!
Welche Ihrer Umwelttipps befolgen Sie selbst daheim?
Das Sofa von der Heizung wegstellen. Täglich Stoßlüften statt durchgehend das Fenster gekippt lassen. Die Heizung dauerhaft runterdrehen, statt ständig hoch und runter zu regeln. Kochen nur mit Topfdeckel, das spart bis zu 80 Prozent Energie. Müll trennen, Licht ausmachen, bei Kurzstrecken das Auto stehen lassen. Das sind alles vielleicht nur Kleinigkeiten, aber die Masse macht es aus.
Heizen Sie umweltbewusst?
Das ist bei mir etwas schwierig, da ich in Köln ja nur zu Miete wohne. Aber ich habe natürlich bei der Wohnungsübergabe einiges überprüft. Wie zum Beispiel die Abdichtung der Fenster mit einem DIN-A4-Blatt. Man klemmt es ins Fenster ein, schließt das Fenster und zieht das Blatt dann raus. Wenn es unbeschädigt bleibt, dann sind die Dichtungen nicht okay – man heizt die Straße. Mein Vermieter muss nun die Fenster besser abdichten.
Weiter zum zweiten Teil: Promi-Interview mit Charlotte Engelhardt








