Energie Trends/Technologien: Umweltfreundliche Kleidung
"Green Fashion" erobert Deutschland

Bislang bestimmten Schnitt und Farbe, ob ein Kleidungsstück "in" oder "out" war. Nun etabliert die Modewelt ein drittes Kriterium: Schick ist, was umweltschonend und fair produziert wurde. Neben den ökologischen Produktionsbedingungen achten die Textil-Hersteller darauf, möglichst viel Energie und Wasser zu sparen.
Grüne Mode, sogenannte "Green Fashion", erobert die Laufstege dieser Welt. Immer mehr Modedesigner verwenden für ihre Kollektionen biologisch erzeugte Stoffe.
Neben Anbau und umweltschonender Weiterverarbeitung spielt auch das soziale Umfeld eine Rolle, in dem die Kleidung entsteht: Fair gegenüber Mensch und Umwelt lautet die Devise.
Ökologisch hergestellte Kleidung erobert den Markt
Doch nicht nur die Haute Couture kleidet sich zunehmend "grün", auch große Textilkonzerne richten Bio-Segmente für ihre Kunden ein. Während die Mode in den USA und England bereits boomt, steht Deutschland noch am Anfang dieser Entwicklung. Doch auch hierzulande wächst der bislang überschaubare Markt für Kleidung aus nachhaltiger Produktion rapide.
Label und Zertifikate für die faire Produktion von Kleidung und Textilien
Mit zunehmender Popularität der grünen Klamotten droht der jungen Bewegung bereits ein erster Makel. So befürchtet die Öko-Branche, dass der inflationäre Einsatz diverser Textil-Biosiegel die Ursprungsidee von grüner Mode verwässert. Vermeintliche Nachhaltigkeit täuschen etwa Jeans aus "100 Prozent Biobaumwolle" vor. Dass die Hose mit der "Chemiekeule" gebleicht wurde, erfährt der Kunde nicht.
Als besonders aussagekräftig gilt der "Global Organic Textile Standard", kurz GOTS. Das Zertifikat garantiert umweltschonend und fair produzierte, verarbeitete und gehandelte Biofasern. Auch das blaue Qualitätszeichen "IVN zertifiziert Naturtextil Best" des internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft kennzeichnet hohe Umwelt- und Sozialstandards bei Bio-Textilien.
Modische Accessoires aus umweltfreundlichen Textilien
Wer sich für einen grünen Lebensstil entscheidet, muss auf modische Accessoires nicht verzichten. Inzwischen bieten diverse Hersteller Taschen, Geldbörsen und Schmuck aus nachhaltiger Produktion an. Öko-Liebhaber tragen Green Fashion auch dort, wo es kaum jemand sieht. So beweist der britische Unterwäschehersteller "Pants to Poverty", dass ökologische Baumwoll-Unterwäsche keineswegs altbacken aussehen oder gar kratzen muss.
Baumwollherstellung: 2.700 Liter Wasser für einen Pullover
Baumwollstauden gelten als extrem durstige Pflanzen. 2.700 Liter sind im Schnitt nötig, um genug Samenfäden für einen durchschnittlichen Pullover zu ernten. Andere Naturfasern wie Leinen, Flachs oder Hanf brauchen weitaus weniger Wasser. Immer mehr für die Umwelt engagierte Modemacher berücksichtigen deshalb auch solche Stoffe für ihre Kollektionen.
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