Energie Trends/Technologien: Saubere Energie aus Brennstoffzellen
Hohes Energiesparpotenzial mit Wasserstoff

Dank der umweltfreundlichen Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff, könnte die Brennstoffzelle den fossilen Brennstoffen schon bald Konkurrenz machen. „Im Jahr 2020 steht in zehn bis 20 Prozent der deutschen Haushalte eine Brennstoffzelle im Keller und produziert Strom und Wärme“, prophezeit der Brennstoffzellen-Experte Klaus Bonhoffer.
Brennstoffzellen funktionieren im Prinzip wie herkömmliche Batterien, nur dass keine giftigen Chemikalien verwendet werden. Anstelle von Sondermüll entsteht bei der Verwendung von Brennstoffzellen Wasser. Das schont die Umwelt und macht die aufwändige Entsorgung herkömmlicher Batterien überflüssig.
Ein weiterer Vorteil der Brennstoffzelle steckt in ihrem hohen Leistungspotenzial für mobile Endgeräte - ein Umstand, der in Zeiten von Smartphones und Netbooks zunehmend an Relevanz gewinnt. Denn was hilft das tollste Smartphone, wenn der Akku durch den Energiedurst der vielen Funktionen völlig überfordert ist?
Saubere Energie, hohe Leistung
Der Elektronikhersteller Toshiba kündigte für dieses Jahr das erste marktreife Handy mit Brennstoffzelle an. Auch verschiedene Prototypen von Notebooks mit Brennstoffzelle wurden in den letzten Jahren immer wieder vorgestellt und werden wohl in naher Zukunft eine ernsthafte Alternative zu herkömmlichen Notebooks darstellen. Gerade am Arbeitsplatz lässt sich mit der sogenannten „Green IT“ viel Energie sparen.
Aber die Möglichkeiten der Brennstoffzelle reichen noch viel weiter. So fahren auf deutschen Straßen bereits die ersten wasserstoffbetriebenen Roller der Marke Geco Scooter. Das Rennen auf das erste, serienreife Wasserstoff-Auto hat längst begonnen. Und auch vor der Luftfahrt macht die Brennstoffzelle nicht halt: 2009 drehte das erste Flugzeug mit Brennstoffzellenantrieb seine Jungfern-Runde über Hamburg. In der Schifffahrt wird ebenfalls eifrig mit Wasserstoffantrieben experimentiert.
Sparen beim Heizen
Auch beim Heizen sind die Vorteile der Brennstoffzelle bestechend: 25 Prozent weniger Primärenergie, da 75 Prozent der Energie im eigenen Keller entsteht – 75 Prozent die bares Geld sparen. Und das ganze bei 50 Prozent weniger CO2-Ausstoß. Brennstoffzellen-Heizgeräte sind bereits in mehreren Haushalten zu Testzwecken im Einsatz. Die großen Heizungsfirmen wetteifern um das erste marktreife Kleinkraftwerk, das vom Keller aus den ganzen Haushalt beheizt.
Wasserstoff in der Kritik
Kritiker der Brennstoffzelle glauben jedoch nicht an die Vision der „Globalen Wasserstoffwirtschaft“. Da reiner Wasserstoff in der Natur nicht vorkommt, muss er erst unter enormen Energieaufwand erzeugt werden.
Brennstoffzellen arbeiten aber auch mit Benzin, Methanol oder Erdgas. Gerade aus Letzterem lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand Wasserstoff gewinnen.
Da bereits ein gut ausgebautes Erdgas-Versorungsnetz besteht, könnte Erdgas, zumindest mittelfristig, der wichtigste Wasserstofflieferant für stationäre Brennstoffzellen sein.







