Energietrends/Technologien: Sinnvolle Energiegewinnung
Wer Wind sät, kann Methan ernten

Der Wind bewegt Windräder auch dann, wenn kein Strom benötigt wird. Da sich Strom schlecht speichern lässt, verpufft insbesondere nachts ein Großteil der kostbaren Energie ungenutzt. Deutsche Forscher suchen nach Möglichkeiten, diese Energie zu speichern - mit Erfolg.
An der vielversprechenden Technologie arbeiten die Forscher des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) in Stuttgart-Vaihingen. Ihre Idee: überschüssigen Strom in Energieformen zu verwandeln, die sich besser speichern lassen. Eine solche Energieform ist das Erdgas: "Das Erdgasnetz besitzt eine riesige Speicherkapazität. Es kann bis zu 25 Prozent des jährlichen Erdgasbedarfs Deutschlands speichern", erklärt Ulrich Zuberbühler, Projektleiter des ZSW.
Energiegewinnung aus überschüssigem Strom
Mit Strom lässt sich zwar kein Erdgas erzeugen, aber Methan. Erdgas besteht zu 85 bis 98 Prozent aus Methan. Die Herstellung ist komplex: Strom spaltet in der Elektrolyse Wasser in Sauer- und Wasserstoff auf. Wird der Sauerstoff mit Kohlendioxid (CO2) angereichert, entsteht Methan. Das gewonnene Methan ließe sich ins Erdgasnetz einspeisen. Wird die Windkraft auf dem Meer (Offshore) weiter so kräftig ausgebaut wie bisher, könnte in Zukunft jede Menge Strom für die Elektrolyse zur Verfügung stehen.
Mehrfach einsetzbares Prinzip
Die Anzahl von Fotovoltaik-Anlagen steigt stetig, so dass sich auch hier Stromüberschüsse in die Methan-Gewinnung investieren ließen. Das gewonnene Methan kann dann nicht nur Wohnungen heizen, sondern auch Erdgas-Autos antreiben. Gegenüber der Biogas-Gewinnung hat die Methanisierung von Wind-, beziehungsweise Solarstrom Vorteile: Auf einem Hektar Fläche gewinnt Windkraft rund achtzigmal so viel Energie wie etwa der Anbau von Mais und dessen Vergärung.







