Meereskraft im Überblick

  • Schon 1966 ging das Gezeitenkraftwerk im französischen Saint Malo ans Netz.
  • Das Potenzial der Meeresenergie ist etwa so groß wie das der weltweiten Wasserkrafterzeugung.
  • Bisher entstanden rund 50 Projekte im Bereich Meeresenergie - nur wenige Gezeitenkraftwerke sind jedoch kommerziell.
  • Vor Nordirland entsteht eine Pilotanlage mit Meeresströmungsturbinen, deren Strom für 1.000 Haushalte ausreichen soll.



Wasserkraft in Deutschland

Wasserkraft wurde in Deutschland schon in vorindustrieller Zeit zum Antrieb von Mühlen, Säge- und Hammerwerken genutzt. Heute erzeugen hauptsächlich Laufkraftwerke an Flüssen und Speicherkraftwerke an Talsperren und Seen Energie.

Mehr an Land
Wasserkraftwerke decken 3,5 Prozent unseres Strombedarfs. Die installierte Gesamtleistung liegt bei rund 4700 Megawatt.
Steigerungen bei der Energieausbeute versprechen die Modernisierung und Reaktivierung vorhandener Anlagen.

An deutschen Küsten
Die Nutzung von Meeresenergie scheint auch an unserer vergleichsweise schmalen Küste möglich. So stellte die Universität Leipzig in einer Machbarkeitsstudie fest, dass die Energieerzeugung in der Ostsee besonders vielversprechend sei.

Wellen und Gezeiten

Welle, die an Felsen bricht, Energie aus dem Meer für Gezeitenkraftwerke und Wellenkraftwerke nutzen (Quelle: HighWater Designs Limited)

Die Ozeane stecken voller Energie. Eine Vielzahl neuer Techniken versucht, Wellen, Gezeiten und Strömungen für den Menschen nutzbar zu machen.

Wer in der Meeresbrandung badet, spürt die ungeheure Energie der Wellen. Tatsächlich könnte die Kraft der Ozeane 76 Mal mehr Energie produzieren, als alle Menschen heute auf der Erde verbrauchen. Experten schätzen daher, dass in 25 Jahren bis zu einem Fünftel des Weltenergieverbrauchs aus dem Meer gedeckt werden könnte.

Zukunft steckt in den Kinderschuhen

Doch erst seit Kurzem wächst das Interesse an der Meeresenergie. Die Frage ist: Welche Technik eignet sich am besten zur Energiegewinnung? Das Problem bei allen Meereskraftwerken ist die gewaltige Kraft der Stürme. So zerstörte 1995 ein Orkan das Wellenkraftwerk „Osprey“ vor der schottischen Küste, noch bevor es in Betrieb gehen konnte.

    

    

 

So lassen sich die Weltmeere nutzen:

Die schwingende Wassersäule
Die Wellen treffen an der Küste auf eine aus dem Wasser ragende Betonröhre. Sie drücken Luft in diesen Kamin, saugen sie wieder heraus und treiben eine oben in der Röhre sitzende Turbine an.

Wellendrachen
Eine v-förmig gebaute Rampe verstärkt den Wellengang. Das Wasser schwappt darüber in stromerzeugende Turbinen.

Pelamis-Kraftwerk
Eine künstliche Seeschlange schwimmt auf den Wellen. Der Wellengang bewegt die Glieder, in denen Pumpen einen Generator antreiben.

Wave Swing
Am Meeresgrund verankerte Zylinder bewegen sich mit der Strömung. Ein Aggregat erzeugt aus dem Schaukeln Strom.

Unterwasser-Turbinen
Sie nutzen die Strömung aus, die am Meeresboden Rotoren antreibt.

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