Die aktuellen E-Mobile

  • Den leichten 60-kW-Motor des Subaru R1e speist ein Mangan-Lithium-Ionen-Akku mit sehr hoher Energiedichte - bei normaler Nutzung genügt so eine 3-Stunden-Ladung für die ganze Woche.
  • Volvo entwickelte den ReCharge Concept als Plug-in-Hybridantrieb mit Elektro-Radnabenmotoren. Seine Akkus lassen sich an normalen Haushaltsstromquellen aufladen.
  • Der zweisitzige Hotzenblitz ist der Oldie unter den E-Autos. Seit 1996 gibt es den futuristischen Mini mit einer Leistung von nur 16 PS bereits. Sein Antrieb: ein Drehstrom Asynchronmotor.
  • Der Mitsubishi i-EV ist ein Umbau des in Japan bekannten Mikrocars „i“ - fast ohne Änderungen an der Karosserie: Die Akkus ersetzen den Tank, der E-Motor sitzt dort, wo zuvor der Benzinmotor war.
  • Der Elektro-Zwerg Smart Fortwo ed sieht aus wie ein normaler Fortwo - lediglich unterm Tankdeckel befindet sich ein Elektrostecker. Der 136 Kilo schwere Sodium-Nickel-Chlorid-Akku reicht für bis zu 115 km.
  • Der Roadster Venturi Fetisch widerlegt das Image des trägen Elektro-Autos: sieht windschnittig aus, beschleunigt mit 295 PS auf bis zu 180 km/h - und das für bis zu 290 km. Der Preis der Sportlichkeit: Fast 300.000 Euro.
Seite 1 von 1

     

Elektro-Autos: Zurück in die Zukunft

Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind keine neue Erfindung. Als Carl Friedrich Benz 1885 seine dreirädrige Motorkutsche vorstellte und Gottlieb Wilhelm Daimler ein Jahr später sein vierrädriges Auto, fuhren in der Weltstadt Paris schon elektrisch betriebene Wagen. Es waren die ersten Fahrzeuge, die mehr als 100 Kilometer in der Stunde erreichten.

Um die Jahrhundertwende kamen in den USA Elektromobile auf 38 und Dampfmaschinen auf 40 Prozent Anteil am Straßenverkehr. Benzinautos waren mit 22 Prozent Marktanteil in der Minderheit. Mit der Erfindung des elektrischen Anlassers für den Otto-Motor änderten sich die Wettbewerbsbedingungen schlagartig. In Deutschland waren 2008 mehr als 49 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen: 320.000 davon fuhren mit Elektrizität, Erdgas, Flüssiggas, Hybrid oder Ähnlichem.




Fährt die Zukunft elektrisch?

Nicht unbedingt schneller, aber sparsamer: Elektro-Autos sollen wegen hoher Öl- und Benzinpreise unseren Spritfressern Konkurrenz machen.

Glaubt man Industrie und Politik, ist die Sache klar: Das Auto der Zukunft wird elektrisch betrieben. Sollten hohe Spritpreise das Fahren mit Diesel- oder Benzinmotoren zum Luxus machen, dann käme der Treibstoff aus der Steckdose. Doch was gut klingt, bedeutet längst keine einfache Lösung. Das Elektro-Auto braucht noch einige Zeit, um die heutigen Pkw und Lastwagen mit Verbrennungsmotor abzulösen. Experten schätzen, dass Elektro-Autos erst in etwa 20 bis 25 Jahren einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen werden.

Mobile Energiespeicher

Hauptproblem der Stromfahrzeuge sind bisher noch die Akkus, die viele Stunden Ladezeit benötigen und deren geringe Kapazitäten die Reichweite beschränken. Außerdem sind die Stromspeicher so groß, dass sie den Elektro-Autos den Kofferraum füllen. Und sie fallen ganz schön ins Gewicht: Damit eine Luxuslimousine mit akzeptabler Reichweite elektrisch fahren könnte, müsste sie einen bis zu 800 Kilogramm schweren Energiespeicher mitschleppen. Manche Akku-Entwickler bezweifeln, ob Steckdosen-Autos jemals eine Reichweite von mehreren Hundert Kilometern erzielen können.




Elektro-Auto mit Hilfs-Benzinmotor

Doch vielleicht ist der Super-Akku gar nicht nötig: Untersuchungen ergaben, dass sich die Mehrzahl aller Autofahrten auf eine Distanz von höchstens 60 Kilometern beschränkt. Mögliche Lösung: Den Elektroantrieb Im Nahbereich verwenden. Für längere Strecken dann eingebaute kompakte Diesel-, Benzin- oder Erdgas-Verbrennungsmotoren nutzen.

Benzin- & Stromkombis

Viele Hersteller kombinieren Elektroantrieb und konventionelle Technik. So treibt den Chevrolet Volt zwar ein Elektroaggregat an. Trotzdem hilft an Bord ein 1,4-Liter-Benzinmotor: Der dient allein dazu, um die Akkus während der Fahrt aufzuladen. Im Opel Flextreme arbeiten nach diesem Prinzip Turbodiesel- und Elektromotor zusammen. Eine Technik, die sich neben dem klassischen Hybridantrieb (Elektro- oder Benzinmotor werden zum Fahren genutzt) etablieren könnte.

Anschubhilfe für Elektro

Wegen der technischen Schwierigkeiten ist das Elektro-Auto auf politische Hilfe angewiesen. In London beispielsweise werden Stromer bevorzugt, weil sie von der City-Maut befreit sind. In Berlin startete die Bundesregierung kürzlich das Projekt „e-mobility Berlin“: Daimler stellt 100 Elektro-Autos zur Verfügung, ein Energieversorger errichtet die Ladestationen. Die ersten Elektro-Fahrzeuge sollen laut Herstellerangaben frühestens 2010 beim Händler stehen. Außer dem Hotzenblitz-Flitzer: Den gibt‘s schon jetzt mit neun Monaten Lieferzeit zu kaufen.

Der Vollgas-Stromer von Tesla

Teuer & hip: Der Elektro-Roadster von Tesla Motors dagegen hat den Durchbruch bereits geschafft - zumindest in der Niesche der Reichen & Schönen. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Bildergalerie:

  • George Clooney und Arnold Schwarzenegger haben bereits einen bestellt: Der Elektro-Roadster von Tesla Motors hat in den USA den Durchbruch geschafft. Wer cool sein will in Hollywood, tauscht seinen Lamborghini gegen den emissionsfreien Flitzer aus. Auch in Europa kann man ihn jetzt vorbestellen.
  • Mit innovativen Ideen und zahlreichen Investoren aus dem Silicon Valley gelang es Tesla-Motors-Gründer Martin Eberhard das erste serienmäßige Elektro-Auto auf den Markt zu bringen: statt den üblichen Blei-Akkus verwendete er 7000 kleine Lithium-Ionen-Akkus, die sonst für Laptops benutzt werden.
  • Vollgas-Stromer: Der Sportler im Kleid der Lotus Elise hängt sogar einen Porsche 911 ab. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in weniger als 4 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h räumt der Tesla Roadster mit Vorurteilen gegen „lahme Elektrofahrzeuge“ endgültig auf.
  • Die Ladezeit des Elektro-Flitzers wird mit 3,5 Stunden angegeben. Der Hersteller verspricht eine Reichweite von 350 Kilometern – weiter kommt man mit einem voll getankten Lamborghini wohl auch nicht.
  • Er ist schön, schnell, und trotzdem sauber: Wer wirklich was auf sich hält, hat bestimmt schon seine 50.000 Euro Anzahlung gemacht und einen Platz auf der ellenlangen Warteliste ergattert. Zielgruppe sind 'vor allem Menschen, die genießen und trotzdem Verantwortung für ihre Welt übernehmen wollen.' Und ein bisschen Wohlstand kann bei einem Grundpreis von 99.000 Euro vermutlich auch nicht schaden.
  • Ein großes Anliegen von Tesla Motors ist zudem natürlich, dass Elektroautos mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollen: Dann würde der Tesla Roadster nahezu emissionsfrei fahren. Zweiter Vorteil: Da Elektro-Autos den Strom speichern, den sie an der Steckdose tanken, könnten sie den schwankenden Bedarf im Stromnetz ausgleichen.
Seite 1 von 1

Ihre Bewertung für diesen Artikel Rating: 3.4/5 (total: 120)