Fährt die Zukunft elektrisch?
Nicht unbedingt schneller, aber sparsamer: Elektro-Autos sollen wegen hoher Öl- und Benzinpreise unseren Spritfressern Konkurrenz machen.
Glaubt man Industrie und Politik, ist die Sache klar: Das Auto der Zukunft wird elektrisch betrieben. Sollten hohe Spritpreise das Fahren mit Diesel- oder Benzinmotoren zum Luxus machen, dann käme der Treibstoff aus der Steckdose. Doch was gut klingt, bedeutet längst keine einfache Lösung. Das Elektro-Auto braucht noch einige Zeit, um die heutigen Pkw und Lastwagen mit Verbrennungsmotor abzulösen. Experten schätzen, dass Elektro-Autos erst in etwa 20 bis 25 Jahren einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen werden.
Mobile Energiespeicher
Hauptproblem der Stromfahrzeuge sind bisher noch die Akkus, die viele Stunden Ladezeit benötigen und deren geringe Kapazitäten die Reichweite beschränken. Außerdem sind die Stromspeicher so groß, dass sie den Elektro-Autos den Kofferraum füllen. Und sie fallen ganz schön ins Gewicht: Damit eine Luxuslimousine mit akzeptabler Reichweite elektrisch fahren könnte, müsste sie einen bis zu 800 Kilogramm schweren Energiespeicher mitschleppen. Manche Akku-Entwickler bezweifeln, ob Steckdosen-Autos jemals eine Reichweite von mehreren Hundert Kilometern erzielen können.
Elektro-Auto mit Hilfs-Benzinmotor
Doch vielleicht ist der Super-Akku gar nicht nötig: Untersuchungen ergaben, dass sich die Mehrzahl aller Autofahrten auf eine Distanz von höchstens 60 Kilometern beschränkt. Mögliche Lösung: Den Elektroantrieb Im Nahbereich verwenden. Für längere Strecken dann eingebaute kompakte Diesel-, Benzin- oder Erdgas-Verbrennungsmotoren nutzen.
Benzin- & Stromkombis
Viele Hersteller kombinieren Elektroantrieb und konventionelle Technik. So treibt den Chevrolet Volt zwar ein Elektroaggregat an. Trotzdem hilft an Bord ein 1,4-Liter-Benzinmotor: Der dient allein dazu, um die Akkus während der Fahrt aufzuladen. Im Opel Flextreme arbeiten nach diesem Prinzip Turbodiesel- und Elektromotor zusammen. Eine Technik, die sich neben dem klassischen Hybridantrieb (Elektro- oder Benzinmotor werden zum Fahren genutzt) etablieren könnte.
Anschubhilfe für Elektro
Wegen der technischen Schwierigkeiten ist das Elektro-Auto auf politische Hilfe angewiesen. In London beispielsweise werden Stromer bevorzugt, weil sie von der City-Maut befreit sind. In Berlin startete die Bundesregierung kürzlich das Projekt „e-mobility Berlin“: Daimler stellt 100 Elektro-Autos zur Verfügung, ein Energieversorger errichtet die Ladestationen. Die ersten Elektro-Fahrzeuge sollen laut Herstellerangaben frühestens 2010 beim Händler stehen. Außer dem Hotzenblitz-Flitzer: Den gibt‘s schon jetzt mit neun Monaten Lieferzeit zu kaufen.
Der Vollgas-Stromer von Tesla
Teuer & hip: Der Elektro-Roadster von Tesla Motors dagegen hat den Durchbruch bereits geschafft - zumindest in der Niesche der Reichen & Schönen. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Bildergalerie:


















