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Gigawattstunden Strom exportierte Deutschland 2011 ins Ausland. (Quelle: BDEW)

Energie-News

01.06.2011: Überblick zur Energiewende in Deutschland

Deutschlands Routenplaner zur Öko-Republik

01.06.2011 – Als erste Industrienation weltweit besiegelt Deutschland den vollständigen Ausstieg aus der Atomkraft bis spätestens 2022. Doch der Weg dahin ist steinig, komplex und hat Hintertüren. Wir haben die wichtigsten Punkte kompakt für Sie zusammengefasst.

Laufzeiten:

Derzeit sind die acht ältesten Atomkraftwerke (AKW) durch das Moratorium stillgelegt. Sieben davon werden für immer abgeschaltet bleiben, ebenso der Pannen-Meiler Krümmel. Ein AKW, wahrscheinlich Biblis B oder Philipsburg I, soll im Stand-by-Betrieb bis 2013 bei Stromengpässen in Süddeutschland als stille Reserve dienen. 2021 soll dann der letzte Atommeiler vom Netz. Gibt es aber bis dahin Probleme bei der alternativen Stromversorgung, dürfen bis zu drei Meiler ein Jahr länger in Betrieb bleiben.

Rest-Strom-Mengen-Übertragung:

Der Begriff bezeichnet die Menge Strom, die ein AKW noch maximal produzieren darf, ehe es stillgelegt wird. Die Strommengen dürfen die Betreiber zwischen den AKW übertragen, die maximale Betriebslaufzeit eines Meilers ist aber auf 32 Jahre festgelegt. Das führt möglicherweise dazu, dass fast alle neueren AKW bis etwa 2021 laufen und es dann zu einer Ballung von Abschaltungen kommen dürfte. Sind nicht alle zugewiesenen Mengen bis zum Abschaltdatum genutzt, verfallen diese.

Brennelementesteuer:

Bisher sollten bis 2016 rund 2,3 Milliarden Euro pro Jahr zur Förderung der erneuerbaren Energien an den Bund fließen. Durch die Stilllegung der acht AKW verringern sich die Einnahmen auf 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Der Energiekonzern E.ON hat bereits angekündigt, gegen die Beibehaltung der Steuer klagen zu wollen, die anderen drei AKW-Betreiber RWE, Vattenfall und EnBW könnten folgen.

Atommüll:

Es bleibt unklar, wie die Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll gelöst wird. Gorleben soll weiter ergebnisoffen erkundet werden, die Ethikkommission hat der Bundesregierung nahegelegt, auch alternative Standorte zu prüfen. Vor allem im Norden und in Süddeutschland gibt es mögliche, Salz-, Ton- und Granitformationen.

Folgen für die stromintensive Industrie:

Im Energie- und Klimafonds sollen Ausgleichszahlungen bis zu 500 Millionen Euro bereitgestellt werden, um mögliche Wettbewerbsnachteile auszugleichen.

Ist ein erneuter Ausstieg aus dem Ausstieg möglich?

Im Beschluss der schwarz-gelben Koalition gibt es keine Revisionsklausel. Allerdings wurden die Gesetze seit 2001 bereits zwei Mal geändert.

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