07.07.2011: Regierung plant, KFZ in Effizienzklassen einzuteilen
Kritik am Energielabel für Autos

07.07.2011 – Die Bundesregierung plant die Einführung einer Energiekennzeichnung für PKW. In einer farbigen CO2-Effizienzskala sollen Neuwagen in Effizienzklassen von A+ (sehr effizient) bis G (wenig effizient) eingeteilt werden. Das Label am Fahrzeug könnte beim Neuwagenkauf dem umweltbewussten Verbraucher Orientierung bieten. Am Freitag kommt der Gesetzentwurf zur Abstimmung in den Bundesrat – und stößt bereits auf Kritik.
Bisher müssen Hersteller bei neuen Fahrzeugen lediglich den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionswerte angeben. Für Laien reichen diese Daten nicht aus, um sich ein realistisches Bild von der Effizienz des Autos zu machen. Hinzu kommt, dass der entscheidende Faktor – die Fahrzeugmasse – meist unerwähnt bleibt. Das könnte sich nun ändern. Verbrauch und CO2-Ausstoß sollen, verrechnet mit dem Gewicht die Effizienz des Autos bestimmen. Das geplante Energielabel würde eine denkbar einfache Sprache sprechen: Ist ein Wagen mit der A+ gekennzeichnet, bekommt man maximale Leistung für seinen Sprit. Ein PKW mit der Energieeffizienzklasse G verbraucht hingegen viel zu viel Benzin für das, was er leistet.
VCD kritisiert KfZ-Effizienzlabel als „verbraucherfeindliche Mogelpackung“
Das Vorhaben der Regierung erscheint sinnvoll, zumal sich die Klassifizierung von Elektrogeräten bereits seit Jahren bewährt. Doch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bezeichnet das Vorhaben als „verbraucherfeindliche Mogelpackung“. „Hauptziel der vorgelegten Novellierung ist nicht der Klimaschutz und der Schutz der Verbraucher vor hohen Spritrechnungen, sondern schweren Spritschluckern aus deutscher Produktion ein grünes Mäntelchen umzuhängen”, so Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD.
Große und schwere Fahrzeuge mit einem hohen Verbrauch werden mit der geplanten Formel extrem bevorzugt, leichte, sparsame Fahrzeuge dagegen benachteiligt. Der Porsche Cayenne Hybrid (CO2: 193 g/km, Gewicht: 2315 kg) sowie der Audi Q7 3.0 TDI (CO2: 189 g/km, Gewicht:2385 kg) erhalten demnach das Label B. Kleinwagen wie die baugleichen Citroën C1, Peugeot 107 und Toyota Aygo, die nur knapp die Hälfte CO2 im Vergleich zu geländegängigen Luxuslimousinen emittieren, schneiden hingegen schwach ab und erhalten die Note C.
Bundesrat soll die Einführung des KfZ-Labels verhindern
Der VCD fordert deshalb den Bundesrat auf, am kommenden Freitag gegen die Einführung des Labels zu stimmen. Ist das Gesetz gekippt, empfiehlt der VCD eine neue Formel zur Errechnung der Fahzeugeffizienz. Statt Gewicht sollte die Fahrzeugfläche als Parameter für die Fahrzeuggröße gewählt werden. Sie ist viel weniger beeinflussbar und gibt einen guten Wert für die Größe und den Platz an, die ein Fahrzeug für die Nutzer bietet. ”Kunden kaufen ein Auto nicht wegen dem Gewicht, sondern wegen der Größe. Die Orientierung an der Fahrzeugfläche fördert die Leichtbauweise und verhindert zudem negative Effekte zugunsten schwerer Fahrzeuge”, sagt Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD.






