09.06.2011: Windenergiebranche rechnet mit Boom
Aufwind für Offshore-Kraftwerke

09.06.2011 – Die Offshore-Windenergiebranche erwartet von den aktuellen Entscheidungen der Bundesregierung einen starken Schub. In den kommenden Jahren könnten in der Branche bis zu 28.000 Arbeitsplätze entstehen.
Die Bundesregierung plant, das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) zu ändern. Unter anderem will sie auch nach 2015 weiterhin 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) Offshore-Strom bezahlen. Eigentlich sollte der so genannten Sprinterbonus ab 2015 um zwei Cent gekürzt werden. „Ohne den Sprinterbonus sind viele Projekte nicht wirtschaftlich“, sagt Ronny Meyer, Geschäftsführer des Branchenverbandes Windenergie-Agentur (WAB). Das Zugeständnis der Bundesregierung macht die Windkraft auch langfristig für Investoren interessant.
15 Millionen Euro Fördergelder für deutsche Windkraft
Die Branche zeigt sich zudem zufrieden, dass das KfW-Kreditprogramm in Höhe von fünf Milliarden Euro umgesetzt wird. „Damit der geplante Ausbau der Offshore-Windenergie von zehn Gigawatt (GW) bis 2020 beschleunigt werden kann, müssen sich die Bedingungen für die Finanzierung verbessern. Hier hilft das KfW-Programm“, so Meyer.
Netzbetreiber sollen zahlen
Im deutschen Teil von Nord- und Ostsee sind derzeit Windparks mit einer Leistung von 200 Megawatt installiert. Das entspricht der Windkraftproduktion auf dem Festland von 1992. Die Entwicklung auf den Meeren steht noch ganz am Anfang, prognostiziert Meyer deshalb. Bisher sind 4.000 bis 6.000 Menschen in der Windkraftbranche beschäftigt. Dank der Änderungen könnte sich die Zahl in den nächsten Jahren auf 28.000 Beschäftigte erhöhen.
Kritik hatte Meyer an den Plänen für den Anschluss der Anlagen an das Festlandsnetz. Die Kosten dafür müsse der Netzbetreiber und nicht die Windenergieunternehmen tragen, forderte Meyer. Dieser Punkt fehle im aktuellen Gesetzesentwurf.






