15.06.2011: ADAC testet E10-Untauglichkeit von Autos
ADAC: E10 harmloser als gedacht?

15.06.2011 – In einem Langzeitversuch hat der ADAC getestet, welche Schäden einem E-10-untauglichen Autos drohen, wenn es ausschließlich mit dem Biosprit betankt wird. Das Ergebnis: Zumindest Opel-Fahrzeuge der Reihe Signum vertragen den vermeintlich ungeeigneten Treibstoff offenbar problemlos.
Als die Bundesregierung Anfang des Jahres den neuen Biosprit E10 einführte, kam es zum Eklat. Medien hatten berichtet, dass der hohe Ethanolgehalt der neuen Sprit-Sorte zu ernsthaften Schäden im Motor führen könne. Zwar galt diese Warnung nur für wenige Baureihen einiger Auto-Hersteller, führte jedoch zu großer Verunsicherung bei den Autofahrern: Die Folge: Der E10-Kraftstoff wurde konsequent boykottiert.
Doch was passiert wirklich, wenn ein Auto, das eigentlich kein E10 verträgt mit E10 betankt wird? Alles halb so schlimm – zu diesem Schluss kommt nun der ADAC nach einem Langzeittest. Mehr als 16.000 Kilometer ließ der Automobilclub einen Opel Signum 2.2 direct mit E10 fahren.
16.000 Kilometer ohne Probleme mit E 10
Das Fahrzeug ist laut Hersteller ausdrücklich nicht für E10 geeignet. Bei Fehlbetankung empfiehlt Opel das Auto abschleppen, und den Kraftstoff vollständig aus dem Tank entfernen zu lassen. Zudem soll eine Opel-Werkstatt die Hochdruckkraftstoffpumpe und andere Teile des Motorsystems überprüfen. Ein teurer Spaß.
Im ADAC-Test lief der Kombi allerdings auch nach 16.000 Kilometern E10 völlig problemlos. Negative Folgen gab es keine. Eine Inspektion des Kraftstoffsystems ergab keinen Hinweis auf die befürchtete Ethanolkorrosion.
ADAC: Hersteller sollen Empfehlungen überprüfen
Als Reaktion auf dieses überraschende Ergebnis fordert der ADAC die Fahrzeughersteller auf, ihre Empfehlungen bei Fehlbetankungen mit E10 zu überprüfen. Es sei zumindest fraglich, inwiefern eine Fehlbetankung in einem aufwendigen und kostspieligen Werkstattaufenthalt münden muss. Dennoch empfiehlt der Automobilclub, die verbindlichen Angaben der Hersteller zu befolgen.
Im Gegensatz zu Opel sehen Ford und Mercedes Benz kein Problem bei einer einmaligen Fehlbetankung ihrer Modelle, die nicht für E10 freigegeben sind. Sie raten in diesem Fall aber baldmöglichst ethanolarmen Kraftstoff nachzutanken.






