18.07.2011: Wälder binden weltweit ein Drittel des globalen CO2-Ausstoßes
„CO2-Staubsauger“ Wald in Gefahr

18.07.2011 – Autoren des US-Magazins „Science“ haben vor den Folgen der weltweit massiven Waldvernichtung gewarnt. Nach jüngsten Erkenntnissen binden die Wälder der Erde jährlich ein Drittel des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes. Mehr als acht Milliarden Tonnen des Treibhausgases werden pro Jahr durch fossile Brennstoffe freigesetzt.
Die Daten basieren auf Untersuchungen aus den Jahren 1990 bis 2007, die das Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Auftrag gegeben hatte. Demnach sei allein die Abholzung von Wäldern für den Ausstoß von jährlich 2,9 Milliarden Tonnen CO2 verantwortlich - das ist deutlich mehr, als bislang angenommen worden war.
Die Autoren warnen vor diesem Hintergrund vor der massiven Entwaldung. "Die Wälder sind damit praktisch für die gesamte terrestrische Kohlenstoff-Speicherung verantwortlich", erklärte einer der Autoren, Anatoly Shvidenko in Laxenburg (Österreich). "Wenn wir morgen die Entwaldung stoppen würden, würden die existierenden Wälder und die, die gerade wieder aufgebaut werden, die Hälfte der CO2-Emissionen aufnehmen können", ergänzte Co-Autor Josep Canadell.
Schutz der Regenwälder von besonderer Bedeutung
Dagegen ist der positive Effekt von Wiederaufforstungen, speziell bei den tropischen Regenwäldern, größer als erwartet. Allein die noch ursprünglich vorhandenen tropischen Regenwälder nehmen pro Jahr mehr als eine Milliarde Tonnen CO2 auf. Weltweit sind derzeit in knapp vier Milliarden Hektar Wald mehr als 860 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert, 44 Prozent davon sind im Boden und 42 Prozent in der lebenden Biomasse.






