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Gigawattstunden Strom exportierte Deutschland 2011 ins Ausland. (Quelle: BDEW)

Energie-News

19.07.2011: Wissenschaftler drucken Solarzelle auf Blatt Papier

Solarzelle 2.0

19.07.2011 - Forschern ist es gelungen, Solarzellen auf ein gewöhnliches Blatt Papier zu drucken. Auch wenn der Wirkungsgrad des gedruckten Mini-Kraftwerks vergleichsweise gering ist, feiern Experten den Ausdruck als weit reichenden Durchbruch in der Solarforschung.

Der Wirkungsgrad moderner Solaranlagen liegt zwischen 13 und 24 Prozent. Der Wert beschreibt, wie viel Sonneneinstrahlung die Zellen in Energie umwandeln. Umso höher der Wirkungsgrad, desto aufwändiger und teurer ist die Herstellung einer Solarzelle. Der Grund: Der für Solarzellen nötige Rohstoff Silizium ist knapp und teuer.

Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge verzichteten bei ihrem Experiment auf seltene Rohstoffe. In einer Vakuumkammer trugen sie fünf verschiedene Materialien schichtweise auf ein Blatt Papier auf. Als sie das bedruckte Papier mit einer Halogenlampe beleuchteten, erzeugte es zwischen 26 und 50 Volt. Obwohl der Wirkungsgrad gerade mal ein Prozent beträgt, reicht die Energie laut MIT aus, um einen flachen Laptop-Bildschirm zu betreiben.

Solarzelle 1.000 Mal gefaltet und entfaltet ohne Leistungsverlust

Mit dem neuen Verfahren lässt sich nicht nur Papier mit Solarzellen bedrucken. Auch dünne Plastikschichten und Textilien ließen sich in kleine Kraftwerke verwandeln. Sorgen um deren Stabilität muss man sich keine machen: 1.000 Mal falteten, knickten und rollten die Forscher den Solar-Druck, ohne dass dieser an Leistung verlor. In einem Langzeittest lieferte das Modul für 6.000 Stunden zuverlässig elektrischen Strom.

Erlangt die Technologie Marktreife, ließen sich Solarzellen problemlos auf Häuserfassaden oder andere große Flächen auftragen. Durch das geringe Gewicht und die niedrigen Produktionskosten könnten Solaranlagen in großen Mengen auch in abgelegene Regionen von Entwicklungsländern transportiert werden. Die Forschung steht noch ganz an Anfang. „Wir glauben, dass wir skalierbare Solarzellen produzieren können, die eine rekordverdächtige Watt-pro-Kilogramm-Leistung erreichen“, prognostiziert Vladimir Bulovic, leitender Professor des Projekts.

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