05.12.2011: Neue Shell-Studie „Nachhaltige Wärmeerzeugung“
Herausforderungen in Milliarden-Höhe

05.12.2011 - Private Haushalte in Deutschland stehen in den nächsten zwei Jahrzehnten vor Kosten bis zu 750 Milliarden Euro, um Häuser und Wohnungen zu sanieren und eine bessere Energiebilanz zu erreichen. Dadurch könnte der Energieverbrauch um rund 40 Prozent und der Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu 44 Prozent sinken.
Dies geht aus einer Studie des Mineralölkonzerns Shell und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) hervor. Die rund 40 Millionen Haushalte in Deutschland verbrauchen demnach 28,5 Prozent der Endenergie. Drei Viertel der Immobilien sind über 25 Jahre alt und verbrauchen etwa doppelt soviel Energie wie Neubauten.
Im Sinne der CO2-Bilanz und zukunftsorientierter Energiepolitik müssen die veralteten Häuser laut Studie modernisiert werden. Der Forschungsdirektor des HWWI, Michal Bräuninger, kommentierte den Ausgangspunkt der Studie: "Ziel muss es dabei sein, die Gebäudemodernisierung möglichst effizient zu gestalten; denn jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden."
Doppelte Kosten – aber kein doppelter Ertrag
Shell und das HWWI haben verschiedene Szenarien erstellt, wie eine Modernisierung bis zum Jahr 2030 ablaufen könnte. Ergebnis: Bei einer Sanierungsrate von einem Prozent pro Jahr würden die Haushalte bis 2030 26 Prozent Energie und 27 Prozent Treibhausgase einsparen.
Dafür seien Investitionen von 386 Milliarden Euro notwendig. Werde die Sanierungsrate verdoppelt, so verdoppeln sich auch die Kosten, aber nicht die Einsparungen, so die Studie.
Empfehlung an die Politik
Letztlich empfehlen die Autoren der Studie eine Teilsanierung, die nicht alle Möglichkeiten der Gebäudetechnik ausnützt. Dadurch würden schneller erheblich mehr Häuser saniert und könnten so zur Energieeinsparung beitragen.
Dies ist auch die Empfehlung an die Politik, die Jörg Adolf, Chefvolkswirt bei Shell, formulierte: "Im Ergebnis kann man sagen, dass sich die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung mit einer höheren Sanierungsrate (Teilsanierung) schneller erreichen lassen als mit umfassenden Vollsanierungen."






