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Gigawattstunden Strom exportierte Deutschland 2011 ins Ausland. (Quelle: BDEW)

Energie-News

Deutschlands Stromexporte überlasten polnisches Netz

Zu viel Ökostrom: Polen droht mit Blockade

Der polnische Netzbetreiber PSE Operator plant, Sperren gegen deutschen Ökostrom zu errichten. Der Grund: Zu viel grüne Energie aus Deutschland überlastet die polnischen Stromnetze. Deutsche Energieexperten sind alarmiert und warnen vor daraus resultierenden Netzproblemen in der Bundesrepublik.

Europas Stromnetze haben eines gemeinsam: Strommengen können nicht in beliebiger Menge aufgenommen und verteilt werden. Überlastungen können sogar zu folgenschweren Blackouts führen.

Aktuell hat Polen mit dieser Problematik zu kämpfen. Um deutsche Ökostrom-Überschüsse aufnehmen zu können, müssen polnische Netzbetreiber ihre Kohlekraftwerke regelmäßig herunterfahren. Andernfalls droht Polens Netz der Kollaps wegen Überlastung.

Polen zieht Stromsperren in Erwägung

Wenn die Menge des deutschen Ökostroms die Kapazität der polnischen Netze nicht gefährdet, gehen die Kraftwerke des Nachbarlandes wieder ans Netz. Experten aus Warschau befürchten jedoch, dass das häufige Rauf- und Runterfahren den einheimischen Kohlekraftwerken langfristig schade. Deshalb will der Netzbetreiber PSE Operator die Aufnahme deutschen Ökostroms stärker regulieren und notfalls sogar blockieren.

Netzsperren an der deutsch-polnischen Grenze würden wiederum die Stabilität des deutschen Stromnetzes gefährden. "Wenn überschüssiger Wind- und Solarstrom nicht mehr ins Ausland abgeführt werden kann, dann wird das deutsche Stromnetz instabiler", sagte der Chef der Deutschen Energie-Agentur (dena), Stephan Kohler dem "Spiegel".

"Rasch mit Polen verhandeln"

Um die Energiewende nicht zu gefährden, fordert Kohler den Ausbau der Stromtrassen von Ost- nach Süddeutschland. Anstatt die Energie an den Nachbarn weiterzuleiten könnte sie so im eigenen Land verteilt werden. "Die Bundesregierung muss zudem rasch mit Polen und anderen Nachbarländern Verhandlungen aufnehmen, um die Energiewende europäisch abzustimmen", so Kohler.

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