02.01.2012 - Offshore-Windenergie bleibt hinter Erwartungen zurück

2.000 Windräder auf hoher See genehmigt

02.01.2012 - In den zu Deutschland zählenden Gebieten in Nord- und Ostsee sind schon mehr als 2.000 Offshore-Windräder genehmigt – weitere 80 Offshore-Vorhaben stehen vor der Bewilligung.

Nach Berichten der "Neuen Osnabrücker Zeitung" hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) insgesamt 2.027 Windkraftanlagen in 28 Offshore-Parks genehmigt. Christian Dahlke, zuständiger Referatsleiter beim BSH, sagte der Zeitung, dass noch 2012 der Bau von fünf oder sechs Windparks beginnen könne.

"Offshore ist wahnsinnig überschätzt worden"

Der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Hermann Albers, warnte unterdessen vor überzogenen Erwartungen: "Der Einfluss von Offshore ist wahnsinnig überschätzt worden. In den nächsten 15 Jahren werden rund 80 Prozent der kommenden Kapazitäten durch Windparks an Land erzeugt."

Das Ziel der Bundesregierung werde deutlich verfehlt, sagte Albers der Zeitung. Er rechne bis 2020 mit lediglich 6.000 bis 7.000 Megawatt installierter Leistung in Offshoreparks. Das Ausbauziel der Bundesregierung sieht hingegen 10.000 Megawatt vor.

Wartungskosten viel höher als an Land

Ein Grund seien die völlig unterschätzten Wartungskosten auf hoher See. Diese übersteigen die Kosten an Land um das Drei- bis Vierfache. Auch Katharina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium räumte Probleme ein: "Das reicht von den Anschlüssen an die Stromnetze über die Geschwindigkeit der Installation bis hin zur Finanzierung". Starke Anreize für den Netzausbau seien deshalb unerlässlich.

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