06.01.2012 Zu wenig Stromleitungen für zu viel Strom aus Windkraft
Winterstürme gefährden deutsches Stromnetz

06.01.2011 - Es ist paradox – obwohl die Windkraftanlagen derzeit große Mengen an Energie erzeugen, muss Deutschland verstärkt Strom aus Österreich beziehen. Der Grund ist längst bekannt, doch eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.
Nach Informationen der Tageszeitung "Welt" ist die deutsche Stromversorgung im ersten Winter nach der Abschaltung von acht Atomkraftwerken zeitweise nur mithilfe des Nachbarlandes Österreich gewährleistet.
Strom aus dem Norden kommt nicht im Süden an
Wie die Bundesnetzagentur bestätigte, hat sich Netzbetreiber Tennet am 8. und 9. Dezember unter anderem mit Strom von einem eigentlich stillgelegten Ölkraftwerk in Graz behelfen müssen.
Laut einer Tennet-Sprecherin könne das deutsche Stromnetz große Mengen an Energie durch die Windkraft an Nord- und Ostsee nicht in den verbrauchstarken Süden der Republik transportieren. Der überschüssige Strom aus Wind muss dagegen ins Nachbarland Holland exportiert werden, um die Stabilität des deutschen Stromnetzes nicht zu gefährden.
Mindestens 3.500 Kilometer Höchstspannungstrassen notwendig
Gemäß einer Netzstudie der deutschen Energieagentur (dena) sind für die Lösung der Transportprobleme und eine erfolgreiche Energiewende mindestens 3.500 Kilometer zusätzliche Höchstspannungstrassen in Deutschland notwendig. Kommen teure Hochtemperaturleitungen zum Einsatz, würden wohl 1.600 Kilometer ausreichen.
Die Zeit drängt, denn bis 2020 sollen insgesamt 4.400 Kilometer Überlandleitungen gebaut werden, von denen aber laut dena erst 80 im Bau sind. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, nimmt die Netzbetreiber in die Pflicht: "Das Tempo des Netzausbaus war bisher erheblich zu langsam."






