02.11.2011: Energieknappheit in Japan

Heiße Suppen und warme Kleidung: Japan bereitet sich auf Winter vor

03.11.2011 - Die japanische Regierung gibt ihrer Bevölkerung erstaunliche Tipps für den Winter: Mit Eintöpfen und warmer Kleidung sollen die Bürger der Kälte trotzen. Grund für die ausgefallenen Ratschläge ist der Energiemangel nach der Atomkatastrophe von Fukushima.

Nach dem Kraftwerksunglück von Fukushima Anfang diesen Jahres laufen in Japan nur noch zehn der 54 Atomreaktoren. Für die Heizperiode rechnet die japanische Regierung deshalb mit Engpässen in der Energieversorgung. Um diesen entgegenzuwirken, hat das Umweltministerium nun eine Kampagne gestartet, mit der es die Bevölkerung zum Sparen bewegen will. Unternehmen und Privatleute sollen ihre Heizungen auf maximal 20 Grad einstellen. Wer mehr Wärme braucht, soll auch im Haus Mütze und Handschuhe tragen.

Wärmequelle Wurzelgemüse

Ein weiterer Wärmetipp der Regierung: Heiße Suppen schlürfen. Besonders ein traditionelles Eintopfgericht, das direkt am Esstisch zubereitet wird, soll gegen die Kälte helfen. Gemeinsam mit Freunden und Familie genossen wärme die Suppe "sowohl den Körper als auch den Raum", so die Internetseite des Ministeriums. Weitere Wärmequellen: Wurzelgemüse und Ingwer. Für Schüler und Arbeitnehmer hat das Ministerium ein sportlichen Tipp parat. Statt die U-Bahn zu nutzen, sollen sie lieber den Fußmarsch antreten und sich durch die Bewegung aufwärmen.

Bereits im Sommer hatte das Umweltministerium eine Energiespar-Kampagne durchgeführt. Um den Stromverbrauch der Klimaanlagen zu senken, durften die Kältegeräte den Raum nur noch auf 28 Grad statt 26 Grad herunterzukühlen. Angestellte durften dafür ihre Krawatte zu Hause lassen und in luftiger Kleidung zur Arbeit erscheinen - in Japan ein höchst seltener Vorgang.

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