10.10.2011: Geo-Engineering gegen den Treibhauseffekt
Künstliche Eingriffe in den Klimakreislauf

10.09.2011 – Ein Gutachten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung untersucht Chancen und Risiken des umstrittenen Geo-Engineering – der gezielten Beeinflussung des Klimas.
Die Regierung hat ein Gutachten vorgestellt, das die Möglichkeiten des Geo-Engineering untersucht. Mit Hilfe neuer Technologien sollen Wissenschaftler das Klima manipulieren, um den Treibhauseffekt zu bekämpfen. Ein Team von Forschern hat für das Gutachten die technischen Grundlagen sowie wirtschaftliche, ethische und juristische Aspekte zusammengefasst. Die Experten warnen zwar vor Risiken der umstrittenen Technologie, dennoch will die Politik den Einsatz nicht ausschließen.
Spiel mit dem Feuer - aber notwendige Option?
Die Weltmeere düngen, Wasser in die Atmosphäre spritzen, Wolken mit Chemikalien impfen – das alles sind Ideen, wie der Mensch das Klima steuern könnte. Wissenschaftler und Umweltschützer befürchten jedoch nicht abschätzbare Folgen für Mensch und Natur. Auch der Koordinator der Studie, Gernot Klepper, warnt konkret vor „erheblichen ökologischen Risiken und Nebenwirkungen, ökonomischen Kosten und gesellschaftlichen Konfliktpotentialen“.
Staatssekretär Georg Schütte nahm die Studie für das Forschungsunternehmen entgegen. Er hält Geo-Engineering für „notwendig“. Schütte argumentierte, es wäre „nicht verantwortbar, einzelne Optionen gegen möglicherweise dramatische Folgen des Klimawandels vorab auszuschließen." Klimaschutz und die Anpassung an nicht mehr vermeidbare Veränderungen des Klimas hätten jedoch Vorrang.
Das Forschungsministerium will die Studie nun in die europaweite Debatte einbringen. Dort herrscht allerdings Skepsis: Ende September hat das Europaparlament eine Resolution verabschiedet, die groß angelegte Versuche mit dem Klima ablehnt.






