20.09.2011: Verivox im Visier der Verbraucherschützer
Schummelvorwürfe gegen Vergleichsportal

20.09.2011 – Dem Internetportal Verivox wird vorgeworfen, Bewertungen zugunsten von Billigstromanbietern manipuliert zu haben. Das Portal wirbt damit, dem Nutzer bei der Suche nach dem vermeintlich günstigsten Stromtarif zu helfen. Einem anonymen Schreiben zufolge empfiehlt das Vergleichsportal die Stromanbieter, die am meisten Provision an die Betreiber der Seite zahlen.
Seit elf Jahren vergleicht Verivox die Preise von Stromanbietern. Inzwischen bietet das Portal auch den Preisvergleich verschiedener Gaslieferanten, Telefon- und Internetanbieter an. Nach der Eingabe des Standorts und des Jahresverbrauchs listet das Portal die vermeintlich günstigsten Anbieter auf. Entscheidet sich ein Nutzer anhand dieser Liste für einen Versorger, erhält Verivox eine Provision für die Vermittlung.
Erstplatzierter Billiganbieter nicht immer der Günstigste?
Doch ist der erstplatzierte Versorger auch wirklich der Günstigste? Mitnichten, behauptet der anonyme Verfasser eines Schreibens. Angeblich führen jene Versorger die Liste an, der am meisten Provision an Verivox bezahlen. Vor allem der inzwischen Pleite gegangene Billigstromanbieter Teldafax soll davon profitiert haben. „Focus Money“ berichtet, dass Verivox-Betreiber Teldafax vorab über Preissenkungen anderer Anbieter informiert haben. Anhand dieser Information konnte Teldafax seine Preise immer anpassen.
Wusste Verixox von der drohenden Pleite von Teldafax?
Doch damit nicht genug: Laut „Financial Times Deutschland“ wusste die Verivox-Betreiber bereits 2009 von der drohenden Insolvenz von Teldafax. Anstatt die Verbraucher vor dem wankenden Billiganbieter zu warnen, empfahl das Portal Teldafax unbeirrt weiter. Hunderttausende verloren viel Geld, als der Energieversorger wenig später Pleite ging. In einer Stellungnahme wies Verivox alle Vorwürfe zurück.






