21.09.2011: Stillstand bei energetischer Gebäudesanierung
Staatliche Anreize für Sanierer gefordert

21.09.2011 – Der Bundesrat hat unlängst einen Gesetzentwurf zur staatlichen Förderung von Gebäudesanierung abgelehnt. Jetzt fordert der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) die Politik zum Umdenken auf.
Dabei stützt sich der Verband auf eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Emnid, die seit der Nuklearkatastrophe in Fukushima ein höheres Energiebewusstsein bei den Eigenheimbesitzern ermittelt hat. Demnach erklärten zwei von drei Eigenheimbesitzern, seitdem deutlich bewusster mit Energie umzugehen.
Die Verbandsorganisation des Heizungsbauerhandwerks sieht darin ein wichtiges Signal an die Politik, den Stillstand bei der energetischen Gebäudesanierung zu beenden. "Seit der Ablehnung des Gesetzentwurfes zur steuerlichen Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen sind alle modernisierungswilligen Hausbesitzer zutiefst verunsichert", erklärt Elmar Esser, der Hauptgeschäftsführer des ZVSHK. "Für eine Energiewende im Heizungskeller müssen Bund und Länder jetzt endlich starke Anreizsysteme schaffen", appelliert Esser.
Anreize schaffen Energieeffizienz
Der ZVSHK sieht in steuerlichen Investitionsanreizen eine wesentliche Voraussetzung für die Steigerung von Energieeffizienz und Klimaschutz im Wärmemarkt. "Bei fast 14 Millionen ineffizienten Heizkesseln in den deutschen Wohngebäuden reicht eine jährliche Erneuerung von 500.000 Kesseln nicht aus, um eine glaubhafte Energiewende zu vollziehen", urteilt der ZVSHK-Hauptgeschäftsführer.
Bund oder Länder müssten jetzt den Vermittlungsausschuss anrufen, um den Stillstand bei der energetischen Gebäude- und Anlagensanierung aufzulösen. Fast drei Millionen Heizungen in der Bundesrepublik sind mehr als 20 Jahre alt. Doch obwohl eine neue Heizungsanlage zu den wirksamsten Energiesparmaßnahmen zählt, sind die Eigenheimbesitzer in Sachen energetischer Sanierung zurückhaltend. 2010 sank der Heizkesselabsatz um vier Prozent. Die Installation von Solarthermieanlagen ging sogar um 27 Prozent zurück.






