Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie diese Website benutzen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies gemäß unseren Richtlinien zu. Mehr erfahren.X

Umrüstung von Solaranlagen

Bringen 50,2 Hertz den Blackout?

Bis Ende 2014 müssen viele Solaranlagen umgerüstet werden. Sie schalten sich bei einer Frequenz von 50,2 Hertz gleichzeitig ab. Das könnte einen Kollaps des Stromnetzes zur Folge haben.

Wegen des sogenannten 50,2 Hertz-Problems müssen derzeit über 300.000 ältere Photovoltaik-Anlagen im Niederspannungsnetz mit neuen Wechselrichtern ausgestattet werden. Die Maßnahme soll einen großflächigen Stromausfall verhindern, der ab einer Frequenz von 50,2 Hertz droht. Veraltete technische Vorgaben hatten den starken Zubau der Photovoltaik nicht bedacht. Sollte auch Ihre Photovoltaik-Anlage von der Umrüstpflicht betroffen sein, muss Ihr Netzbetreiber Sie rechtzeitig informieren.

Wieso 50,2 Hertz?

In den europäischen Stromnetzen fließt Wechselstrom mit einer Frequenz von rund 50 Hertz. Das bedeutet: Die Stromrichtung ändert sich 50 Mal pro Sekunde. Liegt der Wert darüber, erzeugen Kraftwerke und Anlagen zu viel Strom bzw. die Verbraucher nehmen zu wenig Strom ab.

Die Stromfrequenz soll aber im europäischen Verbundnetz konstant und einheitlich bleiben. Daher schalten sich Photovoltaik-Anlagen automatisch bei einer zu hohen Frequenz von 50,2 Hertz ab. Dieser Wert wurde für alle Solaranlagen einheitlich festgelegt.

Solar-Boom machte 50,2 Hertz zum Problem

Das jedoch hat sich als Fehler mangels Weitsicht herausgestellt. Damals war die heutige dynamische Entwicklung der Photovoltaik noch nicht abzusehen. Mittlerweile sind so viele Anlagen installiert, dass sich bei einer Frequenz von 50,2 Hertz bis zu 12,7 Gigawatt Leistung abschalten, auf einen Schlag. Also entsteht aus einem Überangebot an Strom plötzlich ein gefährlicher Mangel. Mehr noch: Die Frequenz sinkt, alle Anlagen schalten sich wieder ein. Damit wird der Wert von 50,2 wieder überschritten und alles beginnt von vorne. Ein klassischer Jo-Jo-Effekt.

Die Lösung: Unterschiedliche Abschaltwerte

Im Normalfall bleiben die Schwankungen im europäischen Verbundnetz minimal und überschreiten 0,2 Hertz nicht. Für den Fall der Fälle will der Gesetzgeber jetzt vorsorgen – mit der Systemstabilitätsverordnung (SysStabV). Sie besagt: Wechselrichter von Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von mehr als 10 Kilowatt müssen nachgerüstet werden, wenn sie zwischen dem 31.08.2005 und dem 01.01.2012 ans Netz gegangen sind. Jüngere Solaranlagen seit 2012 sind bereits mit entsprechenden Wechselrichtern ausgestattet.

Als Lösung streuen die Netzbetreiber den Wert, bei dem sich die Anlagen abschalten. So gehen nicht alle gleichzeitig vom Netz. Eine konstante Stromzufuhr ist sicher gestellt, der Blackout abgewendet.

Keine Kosten für die Betreiber

Die Umrüstung ist Pflicht. Wenn Sie sich weigern, erhalten Sie keine Vergütungen aus dem EEG-Topf mehr. Verantwortlich für die Umrüstung sind die Netzbetreiber. Sie versenden einen Fragebogen an die Inhaber von Solaranlagen mit wichtigen Detailfragen zur Nachrüstung. Der Netzbetreiber teilt das Datum der Umrüstung mit. Die Umrüstungs-Phase ist zeitlich gestaffelt und erstreckt sich bis Ende 2014, damit es zu keinen Engpässen an Installateuren und Material kommt.

Kosten entstehen für Sie als Anlagenbesitzer nicht. Es ist vorgesehen, sie je zur Hälfte aus EEG-Umlage und Netzentgelten zu finanzieren.

Laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) soll die Umrüstung reibungslos verlaufen. Der BSW sagt dazu:

  • Der Vorgang läuft schnell ab.
  • Die Ertragsausfälle während der Umrüstung lassen sich minimieren.
  • Es kommt nicht zu Ertragsminderungen nach der Umrüstung.

Weitere Informationen zur 50,2 Hertz-Problematik inklusive einer ausführlichen FAQ-Sektion finden Sie beim BSW. Er hat für Sie auch eine Ausfüllhilfe für den obligatorischen Fragebogen zusammengestellt.


Bitte aktivieren Sie Java Script um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.