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Sonnenenergie nutzen

Solarthermie auf dem eigenen Hausdach

Solarthermieanlagen liefern günstige Ökowärme für Badewasser und Heizung. Wer Spül- und Waschmaschine ans Warmwasser anschließt, kann die Sonnenwärme noch besser nutzen.

Als der Installateur erklärte, der Heizkessel habe endgültig den Dienst aufgegeben, stand Familie Bauer vor der Wahl: entweder nur einen neuen Erdgas-Brennwertkessel installieren oder gleichzeitig eine Solarwärmeanlage zur Entlastung der Heizkostenrechnung mit aufs Dach ihres Häuschens montieren lassen? Doch rechnet sich die Investition?

Kosten: Was kostet eine Solaranlage?

Solaranlage -  Vaillant
Ist Ihr Haus geeignet für Solarthermie?

Generell gilt: Muss die veraltete Heizung ausgetauscht werden, lohnt es sich über Solarthermie nachzudenken. Ebenso bei hohem Warmwasserbedarf etwa durch viele Familienmitglieder. Wer eine Solaranlage plant, sollte prüfen, ob sein Haus geeignet ist.

Süddächer mit 35 Grad Neigung liefern den besten Wärmeertrag. Bei Abweichungen von 30 Grad nach Ost oder West sinkt die Ausbeute um zehn Prozent. Das lässt sich durch mehr Kollektorfläche ausgleichen. Zur Warmwasserproduktion genügen für einen Vier-Personen- Haushalt wie bei Familie Bauer vier bis sechs Quadratmeter Flachkollektoren. Soll die Sonnenwärme auch Räume mitheizen, sind zehn Quadratmeter nötig.

Wichtig: Genug Platz für den Warmwasserspeicher im Keller oder Hauswirtschaftsraum einplanen! Dabei müssen Türen und Treppen breit genug für seinen Transport sein. Solarthermieanlagen mit Flachkollektoren zur Warmwasserbereitung für eine vierköpfige Familie kosten mit Montage 5.000 bis 6.000 Euro, mit Heizungsunterstützung liegt die Investition bei mindestens 10.000 Euro.

Bafa-Förderung: Staat fördert Solarthermie

Wann sich die Anlage amortisiert, hängt ab von Kollektorfläche, Heizsystem, Volumen des Warmwasserspeichers und energetischem Standard des Hauses. Eine Solaranlage mit sechs Quadratmetern Kollektorfläche kann etwa 60 Prozent des Energiebedarfs für das Warmwasser abdecken. Unterstützt eine Kombi-Solaranlage zusätzlich die Erdgas-Brennwertheizung, spart Familie Bauer im Vergleich zur reinen Brennwertheizung etwa 400 Euro Heizkosten im Jahr.

Die jährliche Ersparnis steigt sogar auf bis zu 620 Euro, wenn die Familie das von der Sonne erwärmte Wasser auch zum Geschirrspülen, Wäschewaschen und Trocknen nutzt. Einige Geschirrspüler und Waschmaschinen sind für den Anschluss ans Warmwassernetz geeignet. Herkömmliche Geräte brauchen dazu ein Vorschaltgerät. Die Hersteller Solvis und Miele bieten seit Kurzem einen Solar-Wäschetrockner an, der die Energiekosten im Vergleich zu Ablufttrocknern um bis zu 80 Prozent oder etwa 128 Euro jährlich senkt.

Für eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung erhält Familie Bauer auf Antrag mindestens 1.500 Euro staatliche Förderung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Hier gibt’s zudem 500 Euro Kesseltauschbonus und 50 Euro Bonus für eine besonders energieeffiziente Solarpumpe. Jetzt heißt es für Familie Bauer rechnen, am besten zusammen mit einem qualifizierten Energieberater.


Infografik: Wie funktioniert Solarthermie?

Eine Solarthermieanlage besteht aus Kollektoren, Speicher sowie einer Regeleinheit mit Pumpe. Sonnenstrahlen erhitzen im Kollektor eine Flüssigkeit. Diese gelangt in einen Pufferspeicher. Über einen Wärmetauscher wird die gesammelte Sonnenenergie ans Brauchwasser abgegeben. Kombi-Solaranlagen erhitzen zusätzlich das Heizungswasser und entlasten den Erdgaskessel weiter. Geschirrspüler, Waschmaschine und Wäschetrockner lassen sich ans Warmwasser anschließen. Die Pumpe hält den Wärmekreislauf in Schwung.



Sie wollen auf Solarthermie umsteigen? Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei: Hier geht's lang.


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