Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie diese Website benutzen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies gemäß unseren Richtlinien zu. Mehr erfahren.X

Energiewelt

Kugelschiffe mit eisiger Fracht

Egal, ob zum Heizen oder zum Fahren: Erdgas gehört zu den beliebtesten Energieträgern. Doch wie kommt das Gas eigentlich zu uns?

Europa ist dabei, sich von seinem größten Erdgaslieferanten Russland zu emanzipieren und importiert deshalb immer mehr Gas aus dem Mittleren Osten. Das Gas strömt aber nicht etwa nur durch Pipelines. Geliefert wird es immer häufiger in riesigen Tankern. Oft haben Schiffe wie die „Arctic Princess“ so viel Gas an Bord, das damit eine ganze Kleinstadt ein Jahr lang versorgt werden könnte. Bei der Fracht handelt es sich streng genommen aber nicht um Erdgas, sondern um Liquified Natural Gas (LNG). In diesem Zustand, den es bei einer Abkühlung auf minus 162 Grad Celsius erreicht, schrumpfen 600 Kubikmeter normales Erdgas auf ein Kubikmeter flüssiges Erdgas.

Tanker statt Pipelines

Die Schiffe sind teure Spezialanfertigungen, sogenannte Moss-Rosenberg-Tanker. Sie sind mit bis zu fünf gigantischen Tankkugeln bestückt. Diese sind besonders gut isoliert, damit das eisigkalte LNG nicht zu kochen beginnt und verdampft. Am Bestimmungsort angekommen wird das LNG in speziellen Fabriken schrittweise erwärmt und so in seinen gasförmigen Zustand zurückversetzt. So lässt es sich problemlos ins Gasnetz einspeisen.

LNG immer wichtiger

In ganz Europa gibt es 20 LNG-Terminals, sieben weitere befinden sich im Bau. Deutschland hat kein Terminal, sondern bekommt Lieferungen aus Zeebrügge in Belgien und dem niederländischen Rotterdam. Doch das könnte sich ändern. Schon seit den 70er Jahren ist ein deutsches Terminal in Wilhelmshaven im Gespräch. Ob es allerdings jemals realisiert wird, steht nicht fest.

Insgesamt strömen rund 80 Prozent der deutschen Erdgasimporte durch ein weit verzweigtes Pipeline-Netz. Nach einer aktuellen Studie von BP sollen sich die Flüssiggas-Importe für Deutschland bis 2020 aber annähernd verdoppeln. Experten erwarten einen dramatischen Bedeutungsverlust der Pipelines, weil der größte Teil des globalen Erdgas-Handels im Jahr 2035 höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Flüssiggas-Tankern abgewickelt wird.


Bitte aktivieren Sie Java Script um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.