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Jobmotor

Energiewende schafft Arbeitsplätze

Die Energiewende bringt Wachstum und Arbeitsplätze. Mehr als 370 000 Menschen arbeiten bereits heute im Bereich erneuerbare Energien.

Die Energiewende löste von Beginn an nicht nur Jubel aus, sondern wird bis heute von vielen kritischen Stimmen begleitet. Eine der lautesten warnt vor der Deindustrialisierung Deutschlands, der angeblichen Schwächung des Wirtschaftsstandorts, Unternehmensverlagerungen ins Ausland und vor Arbeitsplatzverlusten durch zu hohe Strompreise. Das Gegenteil ist bisher zu beobachten. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen wird 2015 ebenso auf Rekordniveau steigen wie die Exporte der deutschen Wirtschaft und die Konsumausgaben. Selbst energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie erhöhen ihre Produktion.

Alte und neue Jobs

Die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Solarenergie und Geothermie hat sich seit dem Jahr 2000 etwa vervierfacht. Nach der letzten Berechnung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums waren 2013 rund 371 000 Menschen direkt oder indirekt in der Sparte erneuerbare Energien beschäftigt. Die Fotovoltaikbranche litt zwar unter Stellenabbau, aber Zuwächse im Windenergiesektor glichen dies aus. Der Erfolg grüner Energien bedeutet jedoch auch Umsatzeinbußen und Stellenabbau bei konventionellen Energieunternehmen. 85 000 Arbeitsplätze stehen beispielsweise im Braunkohlebergbau und der Stromerzeugung daraus auf dem Spiel. Studien zeigen aber, dass trotz verlorener Arbeitsplätze in der konventionellen Energiebranche bisher rund 100 000 neue Jobs entstanden, bis 2030 könnten es 270 000 werden.

Jeder hundertste Arbeitsplatz in Deutschland hängt inzwischen am Wirtschaftszweig erneuerbare Energien

Regionen profitieren am meisten

Arbeitsplätze bei erneuerbaren Energien entstehen besonders in ländlichen Regionen, und hier oft bei den Stadtwerken. Beschäftigung entwickelt sich aus der Produktion der Anlagen, durch Projektmanagement, Installation, Betrieb und Wartung. Von den Aufträgen profitieren örtliche Betriebe. Mehr als 60 000 Unternehmen arbeiten heute im Bereich erneuerbare Energien, doppelt so viel wie noch vor 15 Jahren.

Und die Umsätze der Branche steigen weiter. Die Kommunen erhalten Geld über die Einkommens- und Gewerbesteuer sowie Pachteinnahmen für Windund Solarflächen. Das erhöht die Kaufkraft der Bevölkerung und führt zur wirtschaftlichen Vitalisierung strukturschwacher ländlicher Regionen mit oft hoher Arbeitslosigkeit. Mehr als 11 Milliarden Euro nahmen die Kommunen 2012 aus der Wertschöpfung mit erneuerbaren Energien ein, die Länder etwa 1,3 Milliarden Euro, der Bund rund 4,5 Milliarden Euro.

Nutzen bereits jetzt spürbar

Energie bietet insgesamt fast genau so viele Arbeitsplätze wie die Automobilindustrie

Ein weiteres Erfolgsmerkmal sind die Auswirkungen einer nachhaltigen Energieerzeugung auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP), also auf die Wirtschaftsleistung eines Landes. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kam zum Ergebnis, dass der Ausbau seit 2000 bis 2010 bereits zu einem bis zu 1,75 Prozent höheren BIP führte. Bis zum Jahr 2030 kann sich dieser Effekt auf bis zu 2,9 Prozent steigern. Studien rechnen vor, dass es volkswirtschaftlich günstiger ist, heute in Klimaschutzmaßnahmen zu investieren als in Zukunft die Folgeschäden des Klimawandels zu bewältigen. Schon deshalb wird sich die deutsche Energieversorgung in Zukunft aus immer mehr erneuerbaren Quellen speisen müssen. Das benötigt anfangs hohe Investitionen, bringt aber bereits jetzt einen spürbaren gesamtwirtschaftlichen Nutzen: Erneuerbare Energien sorgen für gute Umsätze bei Industrie und mittelständischen Betrieben, sie schaffen zukunftsträchtige Arbeitsplätze und mindern die Abhängigkeit von Energieimporten aus Ländern mit schwachen Umweltstandards, schlechten Arbeitsbedingungen oder Menschenrechtsverletzungen. Fazit: Die Energiewende ist besser als ihr Ruf, ohne sie sähe es in Deutschland schlechter aus. Darüber muss nicht jeder jubeln, aber ein wenig freuen darf er sich schon.


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