Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie diese Website benutzen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies gemäß unseren Richtlinien zu. Mehr erfahren.X

Gashandel

Kein Engpass trotz Ukraine-Krise

Die EU-Kommission hat den Ernstfall durchgespielt: Auch bei einem sechsmonatigen Gaslieferstopp durch Russland bestehe keine Gefahr einer Unterversorgung in Deutschland.

Würde Russland den Gashahn zudrehen, müsste in Deutschland niemand frieren. Ein Gas-Lieferstopp würde in erster Linie Osteuropa treffen. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Kommission in einem aktuellen Bericht, die Energiekommissar Günther Oettinger in Brüssel vorgestellt hat. Vor dem Hintergrund der schwierigen Beziehungen zu Europas wichtigstem Gaslieferanten haben Experten untersucht, was ein sechsmonatiger Lieferstopp über den Winter in Europa auslösen könnte.

Europa sollte näher zusammen rücken

Das Ergebnis: Wenn Russland kein Gas mehr liefert, würden Europa am Ende bis zu neun Milliarden Kubikmeter an Gas fehlen. Das entspricht etwa drei Prozent des Gasverbrauchs. Als Rezept gegen einen Versorgungsengpass empfiehlt Günther Oettinger einen offenen europäischen Binnenmarkt für Gas. So könnten Angebot und Nachfrage dafür sorgen, dass das Gas dorthin fließt wo es wirklich gebraucht wird.

Die Experten haben auch ein Notfallszenario entworfen: Falls es eng wird, sollte zuerst die Industrie ihren Gasverbrauch drosseln. Erst an letzter Stelle wären Verbraucher und medizinische Einrichtungen betroffen. Laut der Studie müssten nur Verbraucher in Estland einen kalten Winter fürchten – und das auch nur, falls die EU-Staaten ihre nationalen Märkte gegen den Rat aus Brüssel abschotten.

Optimismus angesichts der politischen Lage

Der EU-Kommissar zeigte sich gleichzeitig zuversichtlich was Gespräche zwischen Russland und Kiew angeht. "Ich bin verhalten optimistisch", sagte er. Es bestehe die Chance einer Beilegung des Gasstreits. Die Ukraine sei in Verhandlungen mit Gazprom. Es besehe die Chance einer Einigung über die Lieferung von Gas für diesen Winter.

Die Ukraine bekommt wegen unbezahlter Rechnungen seit Mitte 2014 kein Gas mehr aus Russland und deckt sich bei Nachbarländern mit Gas ein. Russland droht aus diesem Grund auch Europa mit einem Lieferstopp.


Bitte aktivieren Sie Java Script um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.