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Netzausbau

Stromtrassen auf Umwegen

Trotz der Proteste der bayerischen Regierung wird der Bau von Stromtrassen in Süddeutschland nicht gestoppt. Bei einigen großen Trassen sind allerdings Änderungen geplant.

Auch der Widerstand von Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) kann an dem Bau der großen Stromtrassen nach Süddeutschland nicht ändern. Lediglich den Verlauf der Trassen wollen die Übertragungsnetzbetreiber abändern.

Wind- statt Kohlestrom


Die umstrittene Ost-Süd-Trasse soll nicht mehr bei Augsburg enden, sondern weiter westlich beim bayerischen Atomkraftwerk Gundremmingen. Von dort aus soll der Strom weiterverteilt werden. Der Grund: Hier ist wegen des Atomkraftwerks die nötige Infrastruktur schon vorhanden. Außerdem soll die Trasse nicht mehr nahe des Braunkohlereviers in Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt starten, sondern 110 Kilometer weiter nördlich in Wolmirstedt bei Magdeburg. So wäre die Trasse näher an den Windparks in Mecklenburg-Vorpommern. Die Staatsregierung hatte kritisiert, dass die Trasse vor allem Braunkohlestrom in den Süden bringen könnte. Eine weitere Veränderung ist bei der insgesamt 800 Kilometer langen SuedLink geplant. Sie soll näher an die Industrieregion Stuttgart heranreichen und ein Abzweig statt in Goldshöfe im Raum Wendlingen enden.

Die Bundesnetzagentur muss die Vorschläge noch genehmigen, dann müssen Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat bewerten, ob das Bundesbedarfsplangesetz noch einmal ergänzt werden soll. Trassengegner kündigten schon jetzt weitere Proteste gegen die Pläne an.

Viele Leitungen am Anschlag

Netzbetreiber hatten darauf hingewiesen, dass viele Leitungen am Anschlag seien, jährlich entstünden Kosten in Höhe von 400 Millionen Euro durch Netzeingriffe und die Abregelung von Windrädern. Oft müsse mangels Leitungen Windstrom aus dem Norden über Polen und Tschechien nach Bayern geleitet werden, hieß es.

Insgesamt sind 2.800 Kilometer an neuen Höchstspannungstrassen bis 2022 geplant, 2.900 Kilometer schon existierende Leitungen sollen für die erhöhten Ökostrom-Einspeisung optimiert werden. Kosten wird der Umbau vorrassichtlich 22 Milliarden Euro.


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