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Nachhaltigkeit

Es gibt noch viel zu tun

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung sind viele OECD-Staaten noch weit entfernt von ihren Nachhaltigkeitszielen. Deutschland liegt hinter der Schweiz.

Die meisten Industriestaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind noch nicht fit für das neue Nachhaltigkeitsversprechen der Weltgemeinschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Vergleichsuntersuchung aller 34 OECD-Staaten durch die Bertelsmann Stiftung. Viele Staaten sind noch weit davon entfernt, die globalen Politikziele zu erreichen, die bis 2030 gelten sollen. Und bei vielen Indikatoren besteht die Gefahr diese Ziele komplett zu verfehlen. Die größten Defizite weisen die Industriestaaten dabei in ihrem Produktions- und Konsumverhalten auf. Außerdem verschärfen ihre Wirtschaftssysteme vielfach den Trend zur sozialen Ungleichheit. Zu den Ländern, die die neuen UN-Ziele am ehesten erreichen, gehören danach die vier skandinavischen Staaten Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland, gefolgt von der Schweiz auf Platz fünf. Am schlechtesten schneiden die USA, Griechenland, Chile, Ungarn, die Türkei und Mexiko ab.

Deutschland mit Licht und Schatten

Das Ranking im Überblick. Quelle: Bertelsmann OECD Study

Deutschland erreicht im Vergleich einen relativ guten sechsten Platz. Es kann bei 12 der 34 untersuchten Indikatoren vordere Plätze aufweisen: insbesondere beim Wirtschaftswachstum, der Beschäftigung, bei Forschung und Entwicklung, durch eine relative geringe Armutsquote, eine vergleichsweise gute soziale Absicherung, eine geringe Zahl von Tötungsdelikten und zahlreiche Naturschutzgebiete.

Gleichzeitig weist Deutschland eine Reihe markanter Defizite auf. So produziert jeder Deutsche pro Jahr durchschnittlich 614 Kilogramm Müll, deutlich mehr als der Durchschnitt aller Industriestaaten mit 483 Kilogramm oder beispielsweise Japan mit nur 354 Kilogramm pro Einwohner. Alles andere als nachhaltig ist auch die Landwirtschaft. Zu viel Stickstoff und Phosphor belasten Boden, Luft und Wasser. Hintere Plätze belegt Deutschland auch beim Anteil bedrohter Tierarten, der hohen Ausbeutung seiner Wasserressourcen und bei der Feinstaubbelastung, bei der es gerade einmal auf Platz 27 steht.

Stresstest in Sachen Nachhaltigkeit

Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung stellt klar: "Unsere Untersuchung ist der erste Stresstest für die Industriestaaten zu den neuen Zielvorgaben. Danach können wir uns als reiche Länder mit unserer wachsenden sozialen Ungleichheit und Ressourcenverschwendung nicht mehr länger als die Lehrmeister der Welt darstellen. Wir können den Schwellenländern schwerlich vorgeben, wie sie sich entwickeln sollen. Stattdessen können wir in der Analyse erkennen, wo auch wir unsere Hausaufgaben machen müssen."


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