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Umwelt

Sprengstoff für die Energiewende

Bomben unter Wasser erschweren den Bau von Offshore-Windkraftanlagen. Eine Initiative will das Problem lösen.

Unter Wasser lagern jede Menge Bomben und Granaten, um die 1,6 Millionen Tonnen sind es laut Schätzungen des Umweltbundesamtes - die chemischen Kampfmittel nicht mitgerechnet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden Nord- und Ostsee als praktische Müllkippe genutzt. Bisher spielte das keine große Rolle, schließlich störten die Waffen unter Wasser nicht weiter. Das hat sich mit der Energiewende geändert, denn Offshore-Windkraftanlagen lassen sich nicht auf Bomben bauen. Beim Anschluss des Windparks Riffgat bei Borkum mussten 1.400 unbekannte metallische Objekte untersucht werden. Dafür waren 60 Experten 18 Monate im Einsatz. Kosten: 57 Millionen Euro.

Eigene Standards

Am Anfang war das Problem mit dem explosiven Kriegsgut unter Wasser noch relativ unbekannt. Mittlerweile hat sich in der Branche ein Standard durchgesetzt. Erster Schritt ist die historische Recherche, um herauszufinden wo die Waffen überhaupt liegen. Dann beginnt die Suche mit einem Magnetometer, das alle Metallteile erkennt. Taucher und Unterwasserroboter machen sich dann auf den Weg in die Tiefe. Das meiste Fundgut kommt an Land. Größere Teile, wie zum Beispiel einige hundert Kilo schwere Fliegerbomben, müssen unter Wasser gesprengt werden.

Belastung für Mensch und Tier

Damit bei einer Sprengung keine Tiere bei sterben, müssen Schutzvorkehrungen getroffen werden. Denn ohne Schutz lässt die Druckwelle bei Fischen die Schwimmblase platzen und zerstört das Gehör von Meeressäugetieren. Ohne ihr Gehör können sie nicht mehr jagen und sterben. Doch auch nach der Sprengung ist nicht alles überstanden. Was bleibt ist TNT, der sich im Meer verteilt und für Mensch und Tiere giftig ist.

Eine Lösung dafür ist schon in Arbeit. Der grüne Umweltminister Robert Habeck hat in Schleswig-Holstein eine Initiative gestartet. Das Ziel: Er will einen Roboter zum Einsatz bringen, der die Sprengkörper findet und ein Loch in ihre Stahlhülle schneidet. Mit einer Art Rüssel soll er dann den giftigen Sprengstoff heraussaugen.


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