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Energieberatung

So spüren Sie Wärmelecks auf

Wer sein Haus dämmen will, muss zuerst die Wärmelecks aufspüren. Doch wo verstecken sich die schlecht gedämmten Stellen?

An manchen Stellen am Haus fließt Wärme schneller nach außen, Fachleute sprechen dann von Wärmebrücken. Die Folge: höherer Energieverbrauch, unter Umständen Feuchteschäden und Schimmel.

Sieben Wärmelecks

  • Oberste Geschossdecke: In Häusern mit Steildach stellt die oberste Geschossdecke oft die Grenze zwischen beheizten Räumen und unbeheiztem Dachboden dar. Ist sie schlecht oder gar nicht gedämmt, geht jede Menge Wärme verloren.
  • Rollläden: Bei alten Rollläden verschließt oft nur eine Holz- oder Metallplatte den Rollladenkasten zum Innenraum.
  • Sockel: Ist der Sockel des Hauses nicht ausreichend gedämmt, fließt Wärme aus den Wohnräumen nach außen ab.
  • Balkon: Der Klassiker unter den Wärmebrücken: Die Stahlbetonplatte des Balkons durchstößt die Dämmung der Außenwand.
  • Fenster und Rahmen: Bis in die 90er-Jahre gebräuchliches Isolierglas lässt 37 Prozent der Wärme entweichen. Alte Rahmen sorgen für Zugluft und Frösteln.
  • Außenwand: An Ecken und Kanten des Hauses, Vorbauten und Erkern fließt mehr Wärme nach außen als an geraden Flächen. Grund: Die kleine Innenfläche der Wand gibt Wärme an eine viel größere Außenfläche ab.
  • Fensterlaibung: Über ungedämmte Fensterlaibungen geht viel Wärme verloren.

Kommen Ihnen mehrere dieser Wärmebrücken an Ihrem Haus bekannt vor? Dann ist es höchste Zeit, das Gebäude mit einer Thermografie oder einem Luftdichtigkeitstest überprüfen zu lassen.

Was ist eine Thermografie?

Thermografie -  Delta GmbH

Die Thermografie entlarvt Schwachstellen in der Gebäudehülle, durch die Wärme ungehindert nach außen entweicht. Solche für das bloße Auge in der Regel unsichtbaren Wärmelecks lassen sich mit der Thermografie gezielt in Alt- und Neubauten aufspüren. Zu einer guten Thermografie gehören neben Außen- auch Innenaufnahmen. Erst gemeinsam zeigen sie die versteckten Mängel.

Beispiel Dach: Das Wärmebild von außen zeigt eine blaue Oberfläche, das Dach scheint gut gedämmt. Die Innenaufnahme liefert den Gegenbeweis: Die Thermografie weist kalte Zugluft an Fensterecken und Gauben nach sowie Schwachstellen bei der Dämmung. Auch Lecks in Rohren oder Heizschlangen lassen sich mit Wärmebildern orten, ohne dass man Löcher in die Wand schlagen oder den Boden aufstemmen muss.

Wie funktioniert Thermografie?

Eine Infrarotkamera macht die Oberflächentemperatur des Gebäudes in verschiedenen Farben sichtbar und markiert die unterschiedliche Wärmeabstrahlung. Warme Oberflächen leuchten gelb bis rot, kühlere blau und violett. Daran erkennt der Fachmann auf einen Blick, an welchen Stellen das Gebäude Wärmeverliert. Thermografien brauchen eine Temperaturdifferenz zwischen innen und außen von mindestens 15 Grad und sind deshalb je nach Witterung nur von November bis März durchzuführen.

Kostenpunkt: Angebote für 100 Euro eignen sich für einen ersten Überblick. Eine Außen- und Innenthermografie inklusive schriftlicher Auswertung und Bericht kostet 500 bis 600 Euro.



Was ist der Luftdichtigkeitstest?

Der Luftdichtigkeitstest - auch Blower-Door-Test - zeigt den Luftaustausch eines Gebäudes. Durch undichte Ritzen und Fugen dringt Wärme nach außen, das erhöht die Heizkosten. Gelangt feuchte, warme Raumluft in die kalte Außenkonstruktion und kondensiert dort, können Bauschäden entstehen.

Der Luftdichtigkeitstest deckt Baumängel bei Alt- und Neubauten auf, bei Neubauten hilft er, sie vor der Bauabnahme zu beheben. Bei Passivhäusern und einigen KfW-Effizienzhäusern ist ein Luftdichtigkeitstest vorgeschrieben.

Wie geht der Luftdichtigkeitstest

In eine Öffnung wird ein Gebläse eingebaut, das im Haus einen Über- oder Unterdruck erzeugt. Die abgesaugte Luftmenge wird gemessen und der Luftwechsel bei geschlossenen Türen und Fenstern bestimmt. Für Häuser, die eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung haben, sollte die Luftwechselrate unter dem Wert 1, für Häuser mit normaler Fensterlüftung unter 3 liegen.

Das heißt: Über die Gebäudehülledarf pro Stunde nicht mehr als das Ein- oder Dreifache des Innenraumluftvolumens verloren gehen. Mit einer Nebelmaschine oder Infrarotkamera lässt sich exakt nachweisen, an welchen Stellen das Haus undicht ist.

Kostenpunkt: Für ein Einfamilienhaus im Durchschnitt 300 bis 400 Euro.


Förderung kassieren

Thermografien und Luftdichtigkeitstests können im Rahmen einer Energieberatung durchgeführt werden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) fördert eine Vor-Ort-Energieberatung mit bis zu 800 Euro.


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