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Ratgeber

Mein gutes Recht

Mieter müssen beim Auszug nicht alle Schönheitsreparaturen erledigen, die der Vermieter fordert. Das Wändestreichen kann man sich aber nicht generell sparen

Die Kisten sind gepackt, der Umzugswagen gebucht und das neue Zuhause will eingerichtet werden. Jetzt noch in der alten Wohnung tapezieren, spachteln und streichen – wie lästig!

Auf die Dauer kommt es an

Dabei müssen Mieter in vielen Fällen gar nicht renovieren. Selbst wenn der Mietvertrag Schönheitsreparaturen verlangt, sind viele Klauseln unwirksam. In den vergangenen Jahren hat der Bundesgerichtshof (BG H) immer wieder Urteile zum Thema Schönheitsreparaturen gefällt, die besagen: Was beim Auszug renoviert werden muss, hängt davon ab, wie lange der Mieter in der Wohnung gelebt hat. Wer zum Beispiel nach einem halben Jahr auszieht, wird kaum Abnutzung verursacht haben. In diesem Fall müssen beim Auszug in der Regel nur selbst installierte Einbauten entfernt werden. Weisen die Räume nach mehreren Jahren deutliche Gebrauchsspuren auf, darf der Vermieter eine Renovierung verlangen. Starre Fristen für Renovierungsintervalle sind allerdings nicht erlaubt. Wird der Zeitrahmen im Mietvertrag mit „spätestens“ oder „mindestens“ bezeichnet, ist die Klausel unwirksam. Stehen unwirksame Klauseln im Mietvertrag, haben Mieter das große Los gezogen: Dann müssen sie überhaupt nicht renovieren und die Wohnung nur besenrein übergeben. Wer dennoch renoviert, kann sogar seine Kosten vom Vermieter zurückfordern.

20 Prozent der Mietverträge enthalten unwirksame Klauseln, schätzt der Verband Haus & Grund

Zu bunt darf es nicht sein

Im Recht ist der Vermieter, wenn er verlangt, bunte Wände in einer neutralen Farbe zu streichen – auch wenn dies der Mietvertrag nicht ausdrücklich regelt. Beim Bodenbelag steckt der Teufel im Detail, Fußböden sind eigentlich Sache des Vermieters. Den Teppichboden auswechseln oder das Parkett abschleifen müssen Mieter also nicht. Aber: Hat der Bewohner einen Schaden durch „unsachgemäße Behandlung“ verursacht, muss er ihn beheben. Brandlöcher im Parkett etwa gelten als unsachgemäß, kleinere Kratzer als normale Abnutzung. Wer unsicher ist, ob die Renovierungsforderungen seines Vermieters berechtigt sind, kann sich vom Deutschen Mieterbund beraten lassen: www.mieterbund.de



Geld zurück für Handwerkerarbeiten

Nicht nur Hauseigentümer, auch Mieter können bei einer Renovierung einen Steuerbonus für Handwerkerarbeiten geltend machen. Absetzbar sind 20 Prozent der Kosten, insgesamt bis zu 1200 Euro im Jahr. Darunter fallen zum Beispiel Arbeitslohn oder Fahrt- und Maschinenkosten der Handwerker, nicht aber die Materialkosten. Voraussetzung für den Steuervorteil ist, dass der Mieter die Schönheitsreparaturen selbst in Auftrag gegeben hat. Der Mieterschutzbund weist darauf hin, dass die Rechnung – um vom Finanzamt anerkannt zu werden – nicht bar bezahlt werden darf.


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