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Alternativer Kraftstoff

Auto umrüsten auf Erdgas: Lohnt sich das?

Erdgas ist ein umweltfreundlicher Kraftstoff und obendrein der günstigste. Wer sein Auto auf Erdgas umrüstet, profitiert schnell von den niedrigen Preisen - doch der Umbau kostet.

Das Angebot der Automobilhersteller an serienmäßigen Erdgasfahrzeugen ist bisher noch klein: Meist gibt es nur zwei oder drei Modelle – wenn überhaupt. Viele wählen deshalb einen anderen Weg: Sie lassen den eigenen Wagen auf Erdgas umrüsten. Benziner kann man problemlos auf schadstoffarmen Erdgasbetrieb umstellen, nur bei Dieselfahrzeugen ist das technisch ausgeschlossen.

Wer auf Erdgas umrüstet, spart doppelt

Während der Preis für „Super E 10“ derzeit bei etwa 1,53 Euro pro Liter liegt und der Dieselpreis bei 1,44 Euro, kostet Erdgas – mit regionalen Schwankungen – 0,96 bis 1,03 Euro pro Kilogramm. Schon auf den ersten Blick ein eklatanter Unterschied. Da jedoch der Autofahrer mit einem Kilo Erdgas wegen des höheren Energiegehalts so weit fährt wie mit 1,5 Litern Benzin, ist der Preisvorteil noch viel größer, als diese Zahlen nahelegen: Der durchschnittliche Erdgaspreis entspricht etwa einem Preis für Superbenzin von 0,70 Euro.

erdgas schild -  erdgas mobil / Danny Kurz Photography

Erdgas als Kraftstoff ist deshalb so günstig, weil die Politik dafür einen niedrigen Steuersatz festgelegt hat. Laut Energiesteuergesetz bleibt er bis Ende 2018 unverändert. Auch bei der Kfz-Steuer sparen Erdgas-Fahrer kräftig: über 80 Prozent! Weil Erdgasautos mit extrem niedrigem CO2-Ausstoß punkten, zahlt man zum Beispiel für einen erdgasbetriebenen VW Passat nur 28 Euro Kfz-Steuer im Jahr.

Wann lohnt sich der Umbau?

Das Umrüsten rechnet sich nur für Autofahrer, die jährlich mindestens 20.000 Kilometer zurücklegen. Denn vor dem günstigen Tanken muss man erst einmal investieren: Je nach Automodell, Gasanlage und Werkstatt kostet der Umbau zwischen 2.000 und 4.500 Euro.

Einige Bundesländer und zahlreiche Gasversorger fördern den umweltschonenden Antrieb mit Zuschüssen oder Tankgutscheinen, um Autofahrern den Umstieg zu erleichtern. Den Kauf abgasarmer, gewerblicher Nutzfahrzeuge unterstützt die staatliche KfW-Bankengruppe mit günstigen Krediten.

So funktioniert das Umrüsten auf Erdgas

Vor dem Umbau ist eine Abgassonderuntersuchung vorgeschrieben. Prinzipiell wird auf „bivalenten“ Betrieb umgerüstet. Das heißt: der Wagen kann sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin fahren. Das erhöht die Reichweite einer Tankfüllung, beschränkt allerdings den Spareffekt bei den Kraftstoffkosten, wenn der Fahrer Benzin häufiger nutzt.

Der korrekte Umbau ist durch TÜV, Dekra oder eine dafür zertifizierte Fachwerkstatt zu bestätigen: Die Gas-Systemeinbau-Prüfung kostet 100 Euro. Den Umbau sollte nur ein Spezialbetrieb mit einer Gasanlage durchführen, die in der EU zugelassen ist. Andernfalls riskiert der Autobesitzer die Betriebserlaubnis fürs Auto, Gewährleistungsrechte gegenüber dem Autohersteller und die Steuervergünstigung.

Vorsicht bei Fahrten ins Ausland

Fazit: Erdgasautos sind ideal für Berufspendler und andere Vielfahrer. Ihre Schwachstellen – die geringe Reichweite einer Tankfüllung und das mit 900 Tankstellen immer noch nicht flächendeckende Tankstellennetz in Deutschland – fallen bei umgerüsteten „bivalenten“ Autos nicht so ins Gewicht wie bei „reinen“ (monovalenten) Erdgasfahrzeugen.

Wer seinen Wagen in erster Linie für Urlaubsfahrten in Europa benutzt, sollte auf keinen Fall umrüsten. Denn im EU-Ausland ist er nach wie vor auf Benzin angewiesen: Außer in Italien und der Schweiz sind Erdgastankstellen überall Mangelware.


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