Thermografie-Gutachten
Wärmebilder verdeutlichen den energetischen Zustand eines Hauses und den Sanierungsbedarf – vorausgesetzt, sie werden korrekt angefertigt und richtig interpretiert.
Kommunen und Energieversorger bieten derzeit Hausbesitzern für wenig Geld vier Thermoaufnahmen von der Außenfassade an. Das kann höchstens eine erste Orientierung sein, warnen der Bauherren-Schutzbund und der Thermografie-Bundesverband: Auf diese Weise bleibe vieles „unentdeckt“, wie zum Beispiel Schimmelschäden in Außenecken. Nur durch eine Kombination von Innen- und Außenthermografie, verbunden mit der Kontrolle wichtiger Rahmenbedingungen wie der Luftdichtigkeit, seien Baumängel zu erfassen und effiziente Energiesparmaßnahmen zu planen. Seriöse Energieberater müssten darauf hinweisen.
Wärmebilder nur bei Kälte!
Aussagekräftig sind Wärmebilder nur, wenn sie bei höchstens fünf Grad Celsius Außentemperatur und mit 15 Grad Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur aufgenommen werden. Außerdem darf die Sonne vorher zwölf Stunden lang das Haus nicht bestrahlt haben. Die Farbverläufe auf den Aufnahmen richtig deuten zu können, setzt großes Fachwissen voraus. Zum Beispiel kann man aufsteigende Wärme, die sich unter dem Dachüberstand angesammelt hat, leicht als Wärmebrücke missverstehen. Ungenaue Aussagen führen zu Fehlentscheidungen bei der Sanierung. Der Bundesverband für Angewandte Thermografie e.V. vermittelt seriöse Fachleute und informiert über die Kriterien für eine gute Thermografie: www.vath.de
Holz als Wärmeschutz
Abgesehen von Kelleraußenwänden – unterirdisch braucht man absolut feuchteunempfindliches Material – eignen sich Holzfaserdämmplatten für fast alle Dämm-Aufgaben.
Ob für das Dach oder für die Innendämmung oder für Außenwände: Holzfaserdämmplatten punkten überall mit ausgezeichneten baubiologischen Eigenschaften. Die Wärmeleitfähigkeit von Holzfasern kann sich mit der vieler anderer Dämmstoffe messen. Darüber hinaus schluckt dieses Material auch Lärm optimal, ist stabiler als Hartschaum und weniger anfällig für Schmutz und Algen.
Schützt im Sommer vor Hitze
Bei hohen Außentemperaturen bietet eine Dämmschicht aus Holzfasern im Vergleich zu Hartschaum einen speziellen Vorteil: Holzfaser speichert die Wärme besser und gibt diese langsamer an den Innenraum ab. Die Kühle der Nacht zieht die Hitze dann wieder nach draußen. Bis zu 20 Prozent ihres Gewichts nehmen Holzfasern an Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab. Das Material lässt also Wasserdampf entweichen und sorgt so drinnen für ausgeglichenes Raumklima.
Umweltfreundlich
Natürliche Dämmstoffe gelten auch aus Klimaschutzgründen als bessere Wahl gegenüber synthetischen Materialien. Polystyrol-Hartschaumplatten etwa werden mit Erdöl und chemischen Treibmitteln hergestellt. Holzfaserplatten bestehen aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz und speichern das Klimagas CO2. Tragen die Platten das Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC), stammt der Rohstoff aus nachhaltig betriebener Forstwirtschaft.
Natürlich besser dämmen
Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen schützen an heißen Tagen optimal vor Hitze, halten im Winter warm und sorgen für ein gesundes Wohnklima.
Zugegeben: Die verbreiteten Polystyrol-Hartschaumplatten sind billiger und einfach zu montieren: Man kann Styroporplatten direkt auf die Hauswand kleben und verputzen. Doch die beste Lösung für den Wärmeschutz sind sie nicht. Natürliche Materialien kosten zwar etwas mehr als herkömmliche Baustoffe. Doch der Aufpreis macht sich durch den Gewinn an Wohnkomfort bezahlt. Vor allem „ganz oben“ im Haus ist guter Hitzeschutz wichtig: Wer ein Dachgeschoss ausbaut, sollte sich auf alle Fälle für einen Naturdämmstoff entscheiden.
Ökologische Alternativen
Hanf wird in Form von Matten und als Stopfwolle angeboten, so kann man sie in Hohlräume stecken. Kokos eignet sich als Innendämmung bei Holzleichtbauweise oder als Dämmung zwischen Dachsparren. Kork speichert Wärme sehr gut: In Plattenform ist Kork das optimale Material, um Fassaden zu dämmen. Schafwolle nimmt bis zu 30 Prozent ihres Gewichts an Feuchtigkeit auf, ohne an Dämmwirkung einzubüßen. Allerdings können diese weichen Materialien nicht einfach auf eine Außenwand geklebt werden, man muss sie zusätzlich verschalen. Wer sich diesen Aufwand sparen möchte, sollte als Naturdämmstoff stabile Holzfaserplatten verwenden.
Dämmstoff-Beratung
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, Projektträger des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, bietet rund um Naturbaustoffe eine neutrale Beratung an – Telefon (0 38 43) 69 30-1 80 – und weitere Informationen zum Thema unter: www.naturdaemmstoffe.info
Die Dämmwirkung
Wer sein Haus warm einpackt, lebt komfortabler und steigert den Wert des Gebäudes. Doch wie effektiv sind Dämmstoffe? Darüber gibt der Wärmeleitfähigkeitswert Auskunft.
Dämmstoffe werden in Wärmeleitfähigkeitsgruppen eingeteilt. Der Wärmeleitfähigkeitswert des Materials beziffert, wie viel Wärmeenergie in Watt in einer bestimmten Zeit durch das Material in einer bestimmten Dicke hindurch – und damit verloren – geht. Gehört ein Dämmstoff zur Wärmeleitfähigkeitsgruppe 040, hat er eine Wärmeleitfähigkeit von 0,040 Watt pro Meter und Grad Kelvin: 0,040 W/(m K). Hier eine Übersicht über die Dämmwirkung verschiedener Materialien.
Dämmmaterialien im Vergleich
Dämmstoff | Wärmeleitfähigkeit | Übliche Dämmstärke in Millimetern |
Hartschaum (PUR, XPS, EPS) | 0,020 - 0,040 | 60 - 100 |
Mineralwolle | 0,035 - 0,050 | 200 |
Zellulose | 0,035 - 0,050 | 140 |
Schaumglas | 0,040 - 0,055 | 80 |
Flachs | 0,040 - 0,050 | 140 |
Hanf | 0,040 - 0,060 | 140 |
Holzfaserplatten | 0,040 - 0,065 | 60 |
Holzwolleplatten | 0,090 - 0,100 | 60 |
Thermotapete | 0,154 | 4 |
(Quelle: Herstellerangaben)
Welcher Dämmstoff ist der richtige?
In erster Linie sollen Dämmstoffe natürlich das Haus warm halten: Wie gut sie das können, hängt von der Wärmeleitfähigkeit des Materials ab.
Ansonsten entscheidet der Einsatzbereich darüber, welche Eigenschaften das Dämmmaterial aufweisen sollte: Sie sind unterschiedlich dick, stabil bis flexibel, unterschiedlich durchlässig für Feuchtigkeit. Es gibt Platten, Rollen und loses Dämmmaterial sowie drei Materialgruppen: Dämmstoffe aus natürlich nachwachsendem Material wie Flachs, Kokos oder Schafwolle, Dämmstoffe, die aus Recycling-Material hergestellt werden wie Mineralwolle oder Zellulose, und Dämmstoffe auf Erdölbasis wie Polystyrol-Hartschaum, bekannter unter dem Namen Styropor.
Wärmeleitfähigkeit
Ein Stoff dämmt um so besser, je weniger Wärme er durchlässt. Der Wärmeleitfähigkeitswert sollte also möglichst klein sein. Sehr gutes Dämmmaterial zeichnet sich durch eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Meter und Grad Kelvin aus: 0,035 W/(m K).
Stabilität
Dämmstoffe sind unterschiedlich druckbelastbar. Wenn Sie Dämmplatten unter die Kellerdecke kleben, können Sie dafür auch weiches Material wählen, das keiner hohen Belastung standhält. Für die Außenfassade ihres Hauses benötigen Sie dagegen sehr stabiles Material. Um am Dach den Raum zwischen den Sparren zu dämmen, kann man ohne weiteres flexibles Material wie Mineralwolle verwenden. Soll jedoch der Dachboden gedämmt werden und begehbar sein, müssen Sie stabile Dämmstoffplatten verlegen oder die Mineralwolle mit Latten und Spanplatten abdecken.












