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Sicher bei Gewitter

Abgeblitzt!

Blitze richten in Deutschland oft große Schäden an. Ein Blitzschutzsystem sorgt dafür, dass Gebäude die energiegeladene Naturgewalt heil überstehen.

Rein statistisch gesehen passiert es selten: Bei eins zu sechs Millionen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Haus vom Blitz getroffen wird. Wenn es allerdings passiert, kann es für Hausbesitzer gefährlich und richtig teuer werden. Schlägt ein Blitz ein, drohen Feuer, zerstörte elektrische Leitungen und defekte Elektrogeräte. Blitze verursachten im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von insgesamt rund 300 Millionen Euro, rechnen die deutschen Versicherer vor.

Ob das Eigenheim über eine Blitzabschirmung verfügt, liegt meistens im Ermessen des Hauseigentümers. „Pflicht ist ein Blitzschutz nur dann, wenn die Nutzung, Bauart oder Lage es erfordern“, erklärt Corinna Kodim, Referentin für Energie, Umwelt und Technik beim Eigentümerverband Haus & Grund: „Das betrifft öffentliche Gebäude mit viel Publikumsverkehr, Wohnhäuser mit Reetdach sowie Wohngebäude, die höher als 20 Meter sind.“ Aber auch für Hauseigentümer, die gesetzlich nicht dazu verpflichtet sind, erscheint ein Blitzschutz in vielen Fällen sinnvoll. „Ein Blitzschutzsystem empfiehlt sich vor allem dann, wenn das Haus in einer exponierten Lage steht wie etwa auf einer Anhöhe, oder höher als seine Umgebung gebaut ist“, rät Technikexpertin Kodim.

Wirksamen Schutz bietet ein mehrstufiges System aus äußerem und innerem Blitzschutz. Gegen einen direkten Einschlag hilft die äußere Blitzabschirmung, im Volksmund auch Blitzableiter genannt. Fangstangen aus Metall beginnen oberhalb des Dachfirstes und führen um das gesamte Haus. Der Blitzableiter zieht den Blitz an und gibt ihn an die Ableitungsanlage weiter, die ihn schließlich kontrolliert in die Erde lenkt.

Solaranlage schützen

Sitzt auf dem Dach eine Solaranlage, muss der Blitzschutz so konstruiert sein, dass er im Falle eines Einschlages auch die Kollektoren schützt. War der Blitzableiter schon vorhanden, muss eventuell nachgerüstet werden. „Gegebenenfalls müssen Hausbesitzer neue Fangstangen installieren“, sagt Kodim. „Entgegen der landläufigen Meinung erhöht eine Solaranlage das Risiko eines Blitzeinschlages aber nicht.“

Schlägt ein Blitz aber nicht ins Haus direkt ein, sondern in die Umgebung, schützt der Blitzableiter nicht. Ein einziger Blitz enthält so viel Spannung, dass er noch in rund zwei Kilometern Entfernung Elektroleitungen und elektrische Geräte zerstören kann. Um vor sogenannten Überspannungsschäden gefeit zu sein, empfiehlt sich ein innerer Blitzschutz. Dieser erfüllt zwei Aufgaben: Er muss schnell auf die Überspannung reagieren und den Strom gefahrlos ableiten, also einen Potenzialausgleich leisten. „Dafür werden alle metallischen Teile wie beispielsweise Heizungsrohre geerdet“, sagt Corinna Kodim. Der Potenzialausgleich ist mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben und wird bei einem Neubau bei der Installation der Elektrik gleich miterledigt.

Der Überspannungsschutz verhindert, dass elektrische Geräte wie Waschmaschine, Trockner, Computer, aber auch Toaster oder elektrische Zahnbürste dem Blitz zum Opfer fallen. Der Schutz besteht aus drei Elementen: einem Blitzstromableiter, der die zentrale Stromversorgung schützt. Hinzu kommen ein Überspannungsableiter, der wiederum an den Unterverteilern installiert ist, und schließlich Adapter, die direkt an den einzelnen Steckdosen montiert werden. Der Fachmann spricht dabei von Grob-, Mittelund Feinschutz.

Blitzschutz lohnt sich

Die Kosten für den Innenschutz liegen bei etwa 1000 Euro. Ein äußerer Blitzschutz schlägt bei einem Neubau mit 3000 Euro zu Buche. Wird der Blitzschutz nachträglich installiert, müssen Eigenheimbesitzer mit 5000 Euro rechnen. Allein die elektrischen Geräte dürften in vielen Haushalten mehr wert sein. Dass wir dem Naturschauspiel Gewitter von zu Hause aus entspannt und gut beschützt zusehen können, ist noch viel mehr wert.


Schaden durch Blitzschlag: Was zahlt die Versicherung?

Bei Blitzschäden am Haus springt die Gebäudeversicherung ein. Viele Versicherer zahlen allerdings nur, wenn ein funktionierender Blitzableiter auf dem Dach montiert ist. Schäden an Haushaltsgeräten, Möbeln und Inventar deckt die Hausratversicherung ab. Allerdings nur dann, wenn die Schäden direkt durch den Blitzschlag entstehen, wie zum Beispiel an der Fernsehantenne oder durch anschließendes Feuer. Häufiger ist ein Elektrogeräte-Crash wegen der Überspannung bei einem Blitzschlag. Diese Schäden übernehmen Versicherungen oft nur, wenn eine entsprechende Zusatzvereinbarung in der Hausratversicherung getroffen wurde. Für Mieter gilt: Eine Bestätigung für den Blitzschlag besorgen. Diese reicht der Vermieter bei seiner Gebäudeversicherung ein.


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