Sturm im Turm

Stell dir das mal vor: ein 1500 Meterhoher Turm, mitten in der WüsteNamibias. Neben ihm würde der828 Meter hohe Burdsch Chalifain Dubai als höchster Wolkenkratzerder Welt ganz winzig aussehen.Im Innern des hohlen Turms blästein strammer Wind: Rund um dasKraftwerk erstreckt sich kilometerweitein Glasdach, unter dem sichdie Luft aufheizt und durch den Turm in der Mitte nach oben steigt.Eine Szene aus einem Science-Fiction-Film? Nein, denn die Ideekönnte bald Wirklichkeit werden.

Aus Wind wird Strom

In dem Ort Arandis in Namibiasoll ein riesiges Aufwindkraftwerkentstehen. Das Prinzip ist einfach:Ein Glasdach lässt Sonnenlicht herein,die Luft unter dem Glas erhitztsich wie in einem Treibhaus.Die warme Luft steigt nach obenund strömt dabei durch den Turm.Hier treibt sie Windturbinen an,die Strom erzeugen. Viel Strom!

Das Aufwindkraftwerk in der namibischenWüste könnte das ganzeLand mit Energie versorgen.Dazu muss das Dach allerdings riesengroßsein und eine Fläche von40 Quadratkilometern bedecken.Die Planer wollen damit nicht angeben,sie brauchen ein so großesKraftwerk, damit sich der Betriebrentiert. Denn je höher der Turmund je größer das Dach, desto mehrStrom produziert das Kraftwerk.Der Grund: Je größer der Temperaturunterschiedzwischen der heißenLuft unterm Dach und der kaltenLuft im Turm ist, desto schnellersteigt die Luft auf und desto schnellerdrehen sich die Turbinen.

Noch mehr Aufwindkraftwerke?

Auch in China, Spanien und denUSA sind Aufwindkraftwerke geplant.Allerdings scheiterten bisheralle Projekte am Geld. Denn der Baudes Turms und das Glas fürs Dachsind sehr teuer. Dass die Kraftwerketatsächlich funktionieren, ist schonseit den 80er-Jahren bekannt. Imspanischen Manzanares bauten dieStuttgarter Ingenieure Jörg Schlaichund Rudolf Bergermann damals einTestkraftwerk. Die Anlage funktioniertejahrelang reibungslos, bisein Sturm den Kamin umknickte.

Aufwindkraftwerke brauchenallerdings Sonne und vielPlatz. Beides ist in Namibia vorhanden.Das Kraftwerk könnte neue Arbeitsplätzeschaffen, die Wirtschaftankurbeln sowie umweltfreundlichund ressourcenschonendEnergie liefern. Die weltweitenÖl- und Kohlevorräte gehenlangsam zur Neige und die Naturleidet unter ihrer Nutzung – dieEnergie der Sonne ist dagegenunerschöpflich. Und ganz nebenbeiwäre unter dem Glasdachgenug Platz, um Obstund Gemüse anzubauen.

Experiment: Aufwindkreisel selbst gebastelt

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DAS

DAS BRAUCHST DU FÜR DASEXPERIMENT:Material: die Pappröhre einerKüchenpapierrolle, einen Streifenstabilen Karton (etwa 1,5 mal 8 Zentimeter),die Aluschale eines Teelichts,eine Reißzwecke, Klebstoff undschwarze Abtönfarbe.Werkzeug: eine Schere (mit der dudünnes Blech schneiden kannst), eineSchere für Papier, einen Kugelschreibersowie einen Pinsel.

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1. Drücke mit der Mine des Kugelschreibersin die Mitte des Bodensder Teelichtschale von innen eineVertiefung.

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2. Schneide in die Wand der Schaleetwa 0,5 Zentimeter breite Streifen.Jeden dieser Streifen biegst du inRichtung Boden und verdrehst sieum etwa 45 Grad.

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3. Male die Pappröhre mit derschwarzen Farbe an und lass dasGanze trocknen.

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4. Schneide ein Zentimeter breiteund etwa vier Zentimeter hohe Öffnungenin eine Seite der Röhre.

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5. Klebe den Pappstreifen in die Öffnungauf der anderen Seite und drückeeine Reißzwecke genau in der Mittevon unten durch den Streifen.

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6. Setze das Windrad mit der Vertiefungauf die Spitze der Reißzwecke.Stell das Gebilde am besten hinterein Fenster in die pralle Sonne. Nachkurzer Zeit dreht sich das Windrad aufder Röhre.


Warum funktioniert das?

Die schwarze Färbung der Röhre sorgtdafür, dass sie sich in der Sonne optimalaufwärmt. Die Röhre gibt dieseWärme an die Luft in ihrem Innerenweiter. Die warme Luft steigt wie ineinem Kamin nach oben, durch dieÖffnungen unten strömt neue Luftnach. Dieser von der Wärme angetriebeneLuftstrom bringt das Windradzum Drehen. Genau so funktionierenechte Aufwindkraftwerke, die Stromerzeugen.