Ausziehen fürs Klima

Sie protestierten gegen die Abhängigkeit der Mobilität von Erdöl, gegen die Autofahrkultur, für einen umweltfreundlichen Lebensstil, mehr Umweltschutz und ein besseres Klima. Der World Naked Bike Ride ist eine Demonstration, die ein typisches Marketing-Mittel für sich nutzt: Nackte Haut.

Nackt im Land des Karnevals

Obwohl Basilianer beim jährlichen Karneval so Einiges zu sehen bekommen, staunen die Passanten nicht schlecht: Manche nur mit Fahrradhelm, andere bedeckt von einem winzigen Fetzen Stoff oder ein bisschen Bodypaint – so kurven die Radfahrer bei einer der ersten Naked Bike Rides des Jahres bester Laune durch São Paulo. Ihre Botschaft: Wir brauchen mehr Klimaschutz und weniger Luftverpestung. Die nackte Haut sei ein Symbol dafür, dass wir alle Teil der Natur sind und in Einklang mit ihr leben sollten, anstatt sie zu zerstören, erklärt eine begeisterte Teilnehmerin. Zero emissão, emissionsfrei, hat sie auf ihren Rücken geschrieben. Für ein Plakat hat sie keine Hand frei.

Grob ungehörig

Auch in Deutschland wollen immer wieder Menschen für ein besseres Klima blank ziehen. Allerdings macht das Ordnungsamt es den Nacktradlern schwer. 2014 planten zwei Duzend Leipziger unbekleidet durch die Stadt zu kurven. Doch das Ordnungsamt untersagte die Veranstaltung. Die Begründung: Die geplante Veranstaltung sei grob ungehörig. Auch in Dresden, wo 130 Menschen bei der Veranstaltung teilnehmen wollten, stoppten die Behörden die Demo.

Und wer hat es erfunden?

Der erste Welttag des nackten Fahrradfahrens fand 2004 in Santiago de Chile statt. Mittlerweile gibt es die Events auf der ganzen Welt. In 70 Städten finden die Naked Bike Rides laut Veranstalter WNBR mittlerweile statt. Dieses Jahr am 27. Juni auch zum ersten Mal in Paris. Eine der größten Demos gibt es im vermeintlich prüden England. Auf der WNBR London Facebook-Seite ist er für den 13. Juni angekündigt. Also auf nach London!