Das Bahnnetz als Stromautobahn

Ein aktuelles Gutachten zeigt: Für den Netzausbau lassen sich die Stromleitungen des Zugverkehrs nutzen – allerdings nur mit Einschränkungen.

Die Idee scheint genial: Anstatt Tausende von Kilometern neuer Stromleitungen zu bauen, gelangt die Windenergie über die Leitungen bestehender Bahnlinien von Nord nach Süd. Ob sich diese Idee umsetzen ließe, hat nun die Bundesnetzagentur geprüft. Das dabei entstandene Gutachten wirkt ernüchternd: Bahnstromtrassen sind nur mit starken Einschränkungen als Stromnetz nutzbar. Die Begründung: Technische Hindernisse und hohe Kosten. Dennoch bleiben die Leitungen der Bahn eine Option für den Netzausbau.

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Das Gutachten leistet einen wichtigen Beitrag dazu, das Potenzial der Bahnstromtrassen beim Netzausbau angemessen bewerten zu können, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Wo immer dies möglich ist, sollte geprüft werden, ob Bahntrassen in den Ausbau des Übertragungsnetzes einbezogen werden können, so Homann .

Für Stromdurchleitung ungeeignet

Das rund 7750 Kilometer lange Stromnetz der Deutschen Bahn wird mit 16,7 Hertz betrieben, einem Drittel der üblichen Frequenz. Damit ist es laut Gutachten für die herkömmliche Stromdurchleitung ungeeignet. Allzu optimistische Beurteilung dieser Transportmöglichkeit müsse man korrigieren. Die Trassen könnten aber zu einer parallelen Aufrüstung mit Hoch- oder Höchstspannungsleitungen für den Transport von Ökostrom aufgerüstet werden.

Ebenfalls möglich sei eine Verlegung von Erdkabeln im Trassenraum der Bahn. Das sei aber sehr teuer. Die Bundesnetzagentur schlägt deshalb vor, Freileitungen von Bahn- und öffentlichem Strom auf gemeinsame Masten zu legen. Dafür seien aber innovative Mastsysteme notwendig.

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