Die Deutschen denken umweltbewusst

Klima und Konsum sind Themen, die immer mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken. Das ergab eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Die meisten Deutschen stehen voll und ganz hinter erneuerbaren Energien. 93 Prozent möchten alternative Energiequellen nutzen. Und das ist den Menschen auch etwas wert: Mehr als die Hälfte würde für Strom aus erneuerbarer Energie mehr bezahlen. Bei den Unter-30-Jährigen sind es sogar noch mehr: 79 Prozent der Jüngeren würden bis zu 13 Prozent mehr für grüne Energie zahlen.

90 Prozent sehen außerdem in einem bewussteren Konsum einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Umweltfreundliche Produktion ist für 80 Prozent der Deutschen ein wichtiges Kaufkriterium.

Mehr Geld für eine bessere Ökobilanz

Auch für klimafreundlich hergestellte Produkte oder Dienstleistungen greifen Bürger gerne tiefer in die Tasche: Mehr als zwei Drittel sind bereit, elf Prozent mehr für ökologisch produzierte Produkte auszugeben. Auch Umweltaspekte wie der Energieverbrauch spielen eine Rolle.

Nur bei den einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung spielen Umwelt und Klima keine Rolle: Sechs Prozent der Deutschen achten nach eigenen Angaben bei keinem einzigen Produkt auf Umweltaspekte.

Umweltbewusstsein als Mittel der Kundenbindung

Laut den Aussagen der 1.000 Deutschen, die PwC für die Studie befragt hat, fahren sogar 44 Prozent weniger mit dem Auto, um das Klima zu schützen. Andere verzichten ganz und gar auf Flugreisen. Ein paar machen aber auch gar nichts: 14 Prozent sagten, dass sie nichts für den Klimaschutz tun.

Das neue Bewusstsein der Deutschen hat auch Auswirkungen auf Firmen: „Durch eine positive Klimabilanz und nachhaltiges Wirtschaften können Unternehmen Kunden gewinnen und an sich binden“, so Norbert Schwieters, Leiter Energiewirtschaft bei PwC.

Erneuerbare im Strommix vorn

Auch die Energiebranche setzt auf mehr Umweltbewusstsein. Das zeigt eine Meldung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Die erneuerbaren Energien haben demnach den größten Anteil im deutschen Strommix. 2015 erzeugten regenerative Anlagen 30 Prozent des Stroms, nach 25,9 Prozent im Jahr 2014. In absoluten Zahlen stieg die Ökostromerzeugung von 162,5 Milliarden auf 194,1 Milliarden Kilowattstunden an.