Eine Zukunft für den Emissionshandel

Den CO2-Emissionshandel gibt es in Europa seit zehn Jahren. Unternehmen, die CO2 ausstoßen, müssen Zertifikate vorweisen – also eine Erlaubnis, die Luft zu verschmutzen. Doch das System funktioniert nicht. Überschüsse von mehr als zwei Milliarden Zertifikaten kursieren auf dem Markt. Deshalb sind die Preise für die Zertifikate viel zu niedrig und geben Unternehmen keinerlei Anreiz, ihre Emissionen zu reduzieren. Schon lange ist klar: Das System braucht dringend eine grundlegende Reform. Die EU muss Emissionszertifikate vom Markt nehmen, damit ihr Preis wieder steigt. Doch beim Startjahr für die Reform kamen die EU-Länder partout nicht auf einen Nenner.

Treibhausausstoß von ganz Deutschland

Ratspräsidentschaft, Europaparlament und EU-Kommission haben sich jetzt geeinigt. Die neue Marktstabilitätsreserve (MSR) soll 2018 starten. Dank der Reserve können dem Markt nach Bedarf überschüssige Zertifikate entzogen werden. Und das funktioniert so: Jährlich werden zwölf Prozent der Zertifikate vom Markt genommen und im MSR-Fonds eingelagert. Das soll aber nur passieren, wenn zu viele Zertifikate auf dem Markt sind. Fällt die Zahl der Zertifikate unter eine bestimmte Grenze oder ist ihr Preis zu hoch, spülen die Zertifikate wieder auf den Markt. Mithilfe der Reform sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent sinken.

Jetzt bekommen wir mit der Marktstabilitätsreserve endlich einen Mechanismus, der schrittweise die Knappheit im Emissionshandel wieder herstellt und das Instrument auch für die Zukunft besser aufstellt, lobte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) den Beschluss.

Zurückhalten von Verschmutzungsrechten

Bereits umgesetzt wird im Moment das sogenannte Backloading. Dabei werden für die Zeit von 2014 bis 2016 900 Millionen Zertifikate zurückgehalten. Das entspricht laut Hendricks dem Treibhausgasausstoß von ganz Deutschland im vergangenen Jahr. Die Zertifikate, die durch das Backloading vom Markt verschwinden, wandern direkt in die MSR.