Erneuerbare versorgen das Stromnetz sicher

Ein Versuch zeigt: Kombikraftwerke aus Ökostromanlagen können eine sichere Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbarer Energie gewährleisten – sogar besser als konventionelle Kraftwerke.

DIe Projektpartner des Forschungsvorhabens Kombikraftwerk 2 in Berlin haben erste Ergebnisse ihrer dreijährigen Arbeit präsentiert. Schon vor einigen Jahren haben sie mit dem ersten Kombikraftwerk-Projekt gezeigt, dass die Erneuerbaren Energien den Strombedarf Deutschlands in einigen Jahrzehnten vollständig decken könnten. Die Ergebnisse des Folgeprojekts Kombikraftwerk 2 belegen nun, dass auch die Netzstabilität in einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung sicher gestellt werden kann. Das könnte etwa Mitte des Jahrhunderts den Einsatz konventioneller Energieträger überflüssig machen, wenn das System technisch und regulatorisch entsprechend weiterentwickelt wird.

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100 Prozent erneuerbare Energie

Wenn in Zukunft Erneuerbare Energien in Kombikraftwerken verknüpft und gesteuert würden, könnten sie zusammen mit Speichern zu jeder Zeit den deutschen Energiebedarf decken und eine stabile Stromversorgung gewährleisten. Wie das aussehen könnte, demonstrierten die Projektpartner am Mittwoch mit einem live übertragenen Feldtest, bei dem mehrere Windparks, Biogas- und Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 80 MW zu einem Kombikraftwerk zusammengeschlossen wurden.

Schneller als konventionelle Kraftwerke

Nachdem zunächst ein vorgegebenes Signal abgefahren wurde, das höchste Ansprüche an die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Einspeisung stellt, mussten sich die Anlagen am Schluss des Feldtests einem realen Abrufsignal anpassen und entsprechend der momentanen Frequenz-Situation im Netz Regelleistung bereitstellen. Der Test habe nicht nur gezeigt, dass die Erneuerbaren Energien die nötigen Anforderungen zur Regelleistungsbereitstellung erfüllen, sondern dass diese mit einer Anpassungszeit von wenigen Sekunden auch deutlich schneller reagieren als die konventionellen Kraftwerke, freute sich Kaspar Knorr, Projektleiter des Kombikraftwerk 2.

Hintergrund: Das Projekt Kraftwerk

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt „Kombikraftwerk 2“ untersucht, wie ein rein regeneratives Stromsystem funktionieren könnte und welchen Bedarf es an Systemdienstleistungen geben wird. Zugleich werden Möglichkeiten erforscht, wie Erneuerbare-Energien-Anlagen diese zur Netzstabilität notwenigen Dienstleistungen erbringen können und die Lösungsansätze an realen Anlagen untersucht. Die Partner des Konsortiums sind unter anderem der Deutsche Wetterdienst, das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), die Siemens AG und die Agentur für Erneuerbare Energien. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium gefördert und baut auf dem schon 2007 begonnenen Projekt Kombikraftwerk 1 auf.

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