Holland: Erdwärme für Fahrradwege?

In den Niederlanden prüfen die Stadt Zutphen und die Provinz Utrecht Konzepte für beheizte Radwege. Wärmepumpen sollen für die nötige Energie sorgen.

Die Niederlande sind eine Radfahrer-Nation. Doch bei Schnee und Eis müssen selbst hartgesottene Holländer auf ihren Drahtesel verzichten. Das soll sich in der Provinz Utrecht nun ändern. Die Stadt Zutphen will die Radwege durch Wärmepumpen beheizen.

Sichere Fahrt in jeder Jahreszeit

Dabei wird die Fahrbahn über Wärmepumpen an tieferliegende Erdschichten gekoppelt. Je tiefer man gräbt, desto wärmer wird´s – Sommer wie Winter. In der kalten Jahreszeit sorgt die Wärme für eine trockene, sichere Fahrbahn. An heißen Tagen wird der Fahrbahn Hitze entzogen.

Wärmepumpen haben sich als Heizsysteme in Haushalten längst etabliert. Ihr Einsatz als Asphaltheizung ist hingegen ein Novum.

30.000 bis 40.000 Euro pro High-tech-Kilometer

Damit die Wärmepumpen die nötige Energie zur Verfügung haben, um den Asphalt eisfrei zu halten, müssen Elemente und Leitungen bis zu 50 m tief unter der Fahrbahn verlegt werden. Das treibt den Preis: Pro Kilometer beheizter Radweg wird mit Installationskosten zwischen 30.000 und 40.000 Euro gerechnet.

Trotzdem erhoffen sich die Körperschaften eine Kostenersparnis – einerseits durch das wegfallende Räumen, Streuen und Salzen der Fahrradpisten, andererseits durch deutlich weniger Unfälle, die auch den Gemeinden und Provinzen Kosten verursachen.