Luftqualität als käufliches Gut

Während in Deutschland die meisten ganz selbstverständlich ein- und ausatmen, ist in China gute Luft zum Luxusgut geworden. Zwei aktuelle Fälle zeigen wie kostbar gute Luft in China mittlerweile ist. Ein Restaurant in der Stadt Zhangjiagang in Ostchina hat Kunden Extrakosten für saubere Luft abgeknöpft. Mit einer Luftreinigungs-Gebühr von einem Yuan (rund 0,14 Euro) wollte der Betreiber offenbar die Kosten für seine neue Luftfilteranlage wieder eintreiben, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Auch wenn die Idee angesichts der schlechten Luftqualität in chinesischen Großstädten nicht völlig absurd ist, gab es Beschwerden bei örtlichen Behörden. Die haben den Zuschlag jetzt verboten. Die Begründung: Luft ist eine lebenswichtige Ressource und darf deshalb nicht als Gut verkauft werden. Wie lebenswichtig sie tatsächlich ist, zeigt eine Meldung der Nachrichtenagentur Pressetext. Angeblich ist der Feinstaub in China mittlerweile für 4.000 Todesopfer pro Tag verantwortlich.

Luft in Sprayflaschen

Noch ein weiterer Fall aus China zeigt, was Chinesen bereit sind für gute Luft zu zahlen. Ein Start-up aus Kanada bietet Luft aus dem Banff National Park an. 7,7 Liter Frischluft aus den Rocky Mountains verkauft das Unternehmen „Vitality Air“ für 21 Euro. Der Inhalt einer Sprühflasche soll für 150 Inhalationen reichen. Das Unternehmen hatte ursprünglich als Scherz übers Netz Luft in Plastiktüten verkauft, mittlerweile boomt der Handel mit China.

Feinstaub in Deutschland

Der gefürchtete Feinstaub entsteht vor allem durch menschliches Handeln: Ursache sind unter anderem Emissionen von Autos, Kraft- und Fernheizwerken und Holzkaminen in Wohnhäusern. Die winzigen Partikel können zu Schleimhautreizungen führen, sich in der Lunge festsetzen und sogar Krebs verursachen. Zum Schutz der Gesundheit gelten seit dem 1. Januar 2005 in Europa Grenzwerte für Feinstaub, der weniger als 10 Mikrometer Durchmesser hat. Der zulässige Tagesgrenzwert beträgt 50 Mikrogramm pro Kubikmeter und darf nicht öfter als 35mal im Jahr überschritten werden. Doch gerade in Städten wie Stuttgart, Leipzig und Frankfurt übersteigen die Feinstaubwerte regelmäßig die Grenzwerte.