Neue Netze braucht das Land

Um Öko-Strom vom Windpark zum Verbraucher zu bringen, benötigt Deutschland ein weit stärkeres Stromnetz. In dieser Woche stellte die Regierung ihren Ausbau-Plan vor.

Am vergangenen Montag hat die Bundesnetzagentur den neuen Netzentwicklungsplan „Strom 2012“ vorgelegt. Der Plan legt die Richtung beim weiteren Vorgehen im Netzausbau fest.

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Der Netzentwicklungsplan ist ein Meilenstein für den Umbau der Energieversorgung. Nun besteht Klarheit darüber, welche Projekte im Übertragungsnetz realisiert werden, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler.

Stromautobahnen für das Land

Zentraler Baustein des Netzentwicklungsplans sind so genannte Höchstspannungsgleichstromübertragung (HGÜ). Mit Hilfe dieser Stromautobahnen plant die Bundesnetzagentur, den Strom schneller und effizienter im Land zu verteilen.

Deutschlands Netzbetreiber hatten im Vorfeld den Bau 70 neuer Leitungen beantragt. Veranschlagte Kosten: 20 Milliarden Euro. Nach monatelangen Verhandlungen genehmigte die Bundesnetzagentur insgesamt 51 Leitungen – darunter zwei Unterwasser-Seekabel.

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Kosten tragen Verbraucher

Bis spätestens 2022 sollen die neuen Trassen vor allem Strom von Nord nach Süd transportieren. In diesem Jahr sollen auch die letzten Kernkraftwerke vom Netz gehen. Doch die Mammutaufgabe wird noch erschwert: Im Zuge des Ausbaus muss die Bundesregierung bestehende Verteilernetze modernisieren.

Die Kosten tragen die Verbraucher – rund ein Viertel des Strompreises fließt in den Netzausbau, bzw. den Bau erneuerbarer Energien.

Die Herausforderungen des Netzausbaus sind nicht nur finanzieller Natur. Viele in der Vergangenheit geplante Projekte scheiterten am Widerstand betroffener Bürger und Verbände. Um die Akzeptanz der Bürger zu gewinnen, bezog die Bundesnetzagentur die Öffentlichkeit in ihre Entscheidungsfindung ein. Im Rahmen dieser Beteiligung hat die Bundesnetzagentur über 3.300 Stellungnahmen erhalten, der überwiegende Teil stammte von interessierten Privatpersonen.