Ökostrom-Anlagen im Visier von Kriminellen

Ökostrom boomt und das zieht offenbar auch jede Menge Kriminelle an. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hat der Diebstahl von Solaranlagen in Deutschland in letzter Zeit massiv zugenommen. Innerhalb von nur drei Jahren stellten die Landeskriminalämter mehr als 1.880 Diebstähle von Modulen mit einem Wert von mindestens 15 Millionen Euro fest. Der tatsächliche Wert der Beute liegt wahrscheinlich sogar noch höher, denn einige Bundesländer fangen gerade erst an, Solardiebstähle in ihrer offiziellen Statistik gesondert auszuweisen.

Organisierte Kriminalität

Die Banden montieren Solaranlagen von Firmendächern, Schulen, Eigenheimen und Feldern, so der Bericht. Dabei lassen die Diebe auch schon mal einige Hundert Module mitgehen. Tatzeitpunkt ist meist nachts, weil die Anlagen dann keinen Strom produzieren und der Abbau am ungefährlichsten ist.

Codename Helios

Brandenburg hat eigens die Soko Helios (altgriechisch für Sonne) gegründet, die in Zukunft den Sonnendieben das Handwerk legen soll. Die Fahnder der Soko haben herausgefunden, dass die Verbrecher ihre Beute meist schnell über die Grenze bringen – überwiegend Richtung Osteuropa. Die Ermittler nehmen an, dass der Diebstahl von Solarmodulen ein neuer Trend ist und die Zahl der entwendeten Anlagen in Zukunft noch weiter steigen wird.

So schützen Sie Ihre Anlage

Ein paar einfache Tricks erschweren es den Dieben. Das Bayerische Landeskriminalamt rät, besonderen Wert auf eine sichere Befestigungzu legen, die sich nur mit Spezialwerkzeug lösen lässt. Das hat erheblichen Einfluss auf den Faktor „Zeit“ – und der ist Dieben bekanntlich sehr wichtig.

Dazu eignen sich beispielsweise

  • Mechanisch codierte Schrauben
  • Schrauben mit speziellen Antrieben wie Innensechskant, Torx mit eingeschlagenen Stahlkugeln oder Stahlstopfen
  • Schrauben mit Einwegantrieben

Auch Zäune, Zufahrtsbarrieren und Beleuchtungsanlagen machen es den Solar-Räubern schwer. Damit Sie mögliche Angriffe auf Solaranlagen frühzeitig erkennen, ist eine Videoüberwachungsanlage sinnvoll.

Gut markiert ist fast gewonnen

Wenn es doch einmal zum Diebstahl kommt ist es wichtig, dass Sie die Gerätenummer parat haben. Nur so kann sich die Polizei erfolgreich auf die Suche nach den Dieben machen. Da Hersteller die Seriennummer oft nur mit Aufklebern anbringen, sollten Sie die Module sebst kennzeichnen. Dazu eignet sich die Eigentümer-Identifizierungs-Nummer (EIN). Sie setzt sich aus der Stadt- beziehungsweise Landkreiskennung des Autokennzeichens, dem Gemeindeschlüssel, dem Straßennamen, der Hausnummer und den Initialen des Betreibers zusammen. Die Kennzeichnung sollte gut sichtbar und so angebracht sein, so dass sie sich nicht einfach entfernen lässt.