Schlechte Ökobilanz bei Austausch alter Notebooks

Im Rahmen der Jahreskonferenz "Green IT" zeigt eine Studie des Umweltbundesamtes: Wer sein altes Notebook durch ein neues, energiesparendes ersetzt, hilft damit nicht zwingend der Umwelt.

Wissenschaftler vom Öko-Institut und Fraunhofer IZM haben die Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellt. Demnach ergibt sich beim Neukauf eines Notebooks erst dann ein positiver Effekt für das Klima, wenn das neue um 70 Prozent weniger Energie verbraucht und mindestens sechs Jahre lang genutzt wird.

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Ist das neue Gerät – wie heute üblich – nur 10 Prozent sparsamer, müsste man es sogar mehrere Jahrzehnte lang nutzen, um eine positive Klimabilanz zu erreichen. Der Grund liegt im Herstellungsprozess: Die Produktion neuer Notebooks braucht sehr viel Energie und Rohstoffe – und setzt somit eine große Menge an Treibhausgasen frei.

Lange Nutzungsdauer für ein gesundes Klima

Das UBA stellte die Studie im Rahmen der gestrigen Jahreskonferenz Green IT vor, einer Veranstaltung von Bundesumweltministerium (BMU), des UBA und des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Thema der Konferenz war die Energie- und Ressourceneffizienz Lösungen für IT-Produkte während des gesamten Herstellungsprozesses.

Jochen Flasbarth, Präsident des UBA, betonte: Wir brauchen Produkte, die länger genutzt werden, mit mehr Wiederverwendung und besseren Verwertungsverfahren. Je länger Notebooks genutzt würden, desto besser sei ihre Ökobilanz.

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Verbraucher wollen Green IT

Ebenfalls zum Anlass der Konferenz hat der Branchenverband BITKOM eine Umfrage zu Green IT in Auftrag gegeben. Diese ergab, dass Umwelteigenschaften beim Kauf von Hightech-Geräten für Verbraucher eine große Rolle spielen.

85 Prozent der Befragten gaben demnach an, ihnen seien Aspekte wie ein geringer Energieverbrauch und umweltfreundliche Materialien wichtig oder sehr wichtig. 81 Prozent würden für umweltfreundliche Eigenschaften einen höheren Anschaffungspreis zahlen. 56 Prozent der Befragten würden sogar einen Aufpreis von 5 Prozent und mehr bezahlen.