Stiftung Warentest kritisiert Vergleichsportale

Die Stiftung Warentest stellt fest: Kein Vergleichsportal für Stromtarife ist verbraucherfreundlich. Wer sich nicht auskennt, landet schnell bei Anbietern mit unseriösem Geschäftsgebaren.

Bei einem Test der Stiftung Warentest sind Onlineportale zum Vergleich von Stromtarifen in die Kritik geraten. Im Ergebnis seien die Portale bestenfalls befriedigend, vier von zehn Tarifrechnern „ausreichend“, eines sogar „mangelhaft“.

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Hauptkritikpunkt der Tester: Wer sich nicht auskennt, landet bei verbraucherunfreundlichen Tarifen mit Vorkasse, undurchsichtiger Preisgestaltung oder langen Anschlusslaufzeiten. Das versprochene Sparpotenzial von bis zu 1.000 Euro für den Wechsel des Stromanbieters sei zudem höchst unrealistisch.

Unseriöses Geschäftsgebaren und Bauernfängerei

Bei Vergleichsportalen wie Verivox, Check24 oder Toptarif muss der Suchende Häkchen weg- oder hinzuklicken, unverständliche Erklärungen lesen und teilweise erst einmal finden. Kennt er sich mit den Fallstricken nicht aus, läuft er Gefahr, in die Fänge von Anbietern mit unseriösem Geschäftsgebaren zu geraten.

Den besten Schutz vor Bauernfängerei bieten einzig das Energieverbraucherportal und Hauspilot. Wer hier mit den voreingestellten Filtern auf die Suche geht, findet auf den ersten zehn Plätzen großteils faire Tarife. Allerdings sind auch hier Preise kaum transparent dargestellt. Ein direkter Wechsel kostet außerdem 45 Euro zusätzlich.

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Kritik reißt nicht ab

Insbesondere das Vergleichsportal Verivox stand schon früher einige Male in der Kritik. Es habe jene Anbieter bevorzugt, die die höchste Provision zahlten.

Außerdem wussten die Verivox-Betreiber bereits 2009 von der drohenden Insolvenz von Teldafax. Anstatt die Verbraucher vor dem wankenden Billiganbieter zu warnen, empfahl das Verbraucherportal unbeirrt weiter. Hunderttausende Verbraucher blieben bei der Pleite von Teldafax auf ihren Verlusten sitzen.