Verschwenderische Wessis, sparsame Ossis

Ein Vergleich des bundesweiten Verbrauchs zeigt, wer in Deutschland am sorglosesten mit Strom umgeht.

Die Einwohner von Jena sind die Nummer eins beim Stromsparen. Sie verbrauchen pro Kopf und Jahr nur 1.314 Kilowattstunden (kWh). Das ergab eine Auswertung des Verbraucherportals preisvergleich.de unter 120 Städten. Basis sind 200.000 Stromverträge aus dem Jahr 2014.

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Stromspar-Ranking

Ingolstadt rettet den Ruf der Westdeutschen. Mit 1.357 kWh liegen die Bewohner der nordbayerischen Stadt auf Platz zwei, gefolgt von den Erfurtern mit 1.368 kWh. Platz vier belegt Freiburg im Breisgau mit 1.398 kWh. Die sparsamen Schwaben schaffen es nur auf Platz fünf. Die Stuttgarter verbrauchten 1.401 kWh und schneiden damit im Vergleich recht gut ab. Auch Dresden mit 1.410 kWh und Rostock mit 1.411 kWh stellen unter Beweis, dass die Ostdeutschen effizient mit Strom umgehen.

Die Stromverschwender wohnen in Bayern

Überdurchschnittlich hoch ist der Verbrauch in Passau mit 2.004, in Bamberg mit 1.974 und in Hof mit 1.961 kWh. Auch die Straubinger mit 1.938 kWh und die Bayreuther mit 1.911 kWh verbrauchen mehr Strom als der Durchschnitt. Der Bundesschnitt liegt bei 1.654 kWh: Der Verbrauch der Stromverschwender-Städte lag also um rund 14 Prozent darüber.

Die gute Nachricht: Insgesamt sind die Deutschen sparsamer geworden. Der Stromverbrauch ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 200 kWh zurückgegangen. Woran das liegt, ist nicht klar. Gründe könnten die schärferen EU-Richtlinien für Elektrogeräte sein oder dass die Deutschen einfach bewusster mit Energie umgehen. Aber eines ist klar: Die Aussage „Mehr Einkommen bedeutet mehr Stromverbrauch stimmt nicht“. In Passau, der Stadt mit dem höchsten Strombedarf, verbrauchen die Bürger 21 Prozent mehr als der Durchschnitt. Das Pro-Kopf-Bruttojahresgehalt liegt in Passau mit 30.135 Euro aber leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 30.349 Euro.

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