Wie naturbewusst ist Deutschland?

Neue Studie: Deutsche wollen mehr Natur- und Meeresschutz und keine Gentechnik

Ein Großteil der deutschen Bevölkerung spricht sich für ein Verbot von Gentechnik und strengere Regeln zum Schutz der Meeresumwelt aus. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Naturbewusstseinsstudie des Bundes. Dabei halten 79 Prozent der Befragten den weltweiten Umgang mit der Natur grundsätzlich für sehr problematisch.

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Tabuthema Gentechnik

Die Naturbewusstseinsstudie erfasst die Einstellung der Deutschen zur Natur und biologischen Vielfalt und wird alle zwei Jahre vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und dem Bundesamt für Naturschutz in Auftrag gegeben. Wie in den Vorjahren wurde erneut eine starke Ablehnung für Gentechnik festgestellt. Knapp 80 Prozent der Befragten befürworten ein generelles Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft. 93 Prozent sprechen sich für eine Kennzeichnungspflicht von tierischen Produkten aus, die mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert wurden.

Meeresschutz besonders wichtig

Zum ersten Mal wurde auch die gesellschaftliche Einstellung zum Meeresnaturschutz abgefragt. Die Mehrheit der Befragten sieht die größte Gefahr für Meere in der Vermüllung durch Plastik (78 Prozent), gefolgt von Erdölverschmutzung (71 Prozent) und radioaktiven Abfällen (66 Prozent). Zudem befürwortet ein Großteil die Einrichtung von Meeresschutzgebieten und Gesetzesverschärfungen in der Fischerei. So wollen sich 92 Prozent der Befragten darauf verlassen können, dass keine Produkte von bedrohten Fischarten zum Verkauf angeboten werden, 90 Prozent befürworten die Kennzeichnung von Produkten aus naturschonender Fischerei. Insgesamt sprechen sich 83 Prozent für eine nachhaltigere Nutzung des Meeres aus.