Wohnen auf dem See

Die junge Generation hat klare Vorstellungen von ihrem zukünftigen Zuhause: 42 Prozent der Menschen zwischen 17 und 38 legen Wert darauf, dass ihre Wohnungen eine hohe Energieeffizienz aufweisen. 49 Prozent wünschen sich zudem Park- oder Grünflächen vor der Tür. „Gleichzeitig schrumpft der verfügbare Raum, insbesondere in den Städten. Bauplätze und Ressourcen werden zunehmend knapper“, sagt Sebastian Herkel.

Das Aqua-Solardorf

Gemeinsam mit dem Kieswerk Maas-Roeloffs arbeiten die Wissenschaftler daher an einer völlig neuen Lösung, um zukünftige Herausforderungen zu meistern: einer schwimmenden. Auf einem Baggersee in Nordrhein-Westfalen soll ein „Aqua-Solardorf“ entstehen, das Energie und Wärme ausschließlich aus Sonne und Wasser gewinnt und diese möglichst effizient nutzt. Dass das Konzept der Nullenergie-Siedlung auf dem See funktioniert, konnten die Wissenschaftler mittels einer schwimmenden Forschungsstation beweisen – und wurden dafür von der Deutschen Bank und der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ als „Ausgezeichneter Ort 2016“ prämiert.

Modulares Bauen drückt die Kosten

Neben Energieeffizienz und umweltschonender Abwasserbehandlung bedeuten auch Kosten eine Herausforderung für die Bauherren von morgen. „Was sich auch in Zukunft nicht ändern wird: Wohnen ist teuer. Der Druck, kostengünstig zu bauen, nimmt aber auf jeden Fall zu“, sagt Sebastian Herkel. Als Lösungsansatz sieht der Experte den Trend zu modularem Bauen wie etwa bei modernen Fertigteilhäusern – aber auch neue Werkstoffe. Einen solchen hat ZaaK Technologies entwickelt. Das Berliner Start-up, das ebenfalls zu den „Ausgezeichneten Orten im Land der Ideen“ zählt, stellt Bausand her. Als Grundlage dafür dient Flugasche, die bei der Verbrennung von Kohle entsteht. Indem sie ein Abfallprodukt in hochwertiges Baumaterial umwandelt, schützt die Firma die Umwelt gleich doppelt – und macht die Wohngebäude von morgen ein Stück weit nachhaltiger.