Ein Haus versorgt sich selbst

Die „Null“ im Namen Nullenergiehaus kann irritieren: Ein Nullenergiehaus verbraucht sehr wohl Energie. Allerdings produziert es im Jahresdurchschnitt so viel Energie, dass die Bilanz am Jahresende ausgeglichen ist. Nach den ehrgeizigen Plänen der EU-Kommission sollen ab 2019 nur noch Gebäude mit diesem Energiestandard gebaut werden.

Ökologisch:

Die Weiterentwicklung vom Passivhaus zum Nullenergiehaus ist enorm. Im Gegensatz zum Passivhaus erzeugt das Nullenergiehaus die benötigte Energie zu 100 Prozent selbst aus erneuerbaren Energien – mit Hilfe von Solaranlage, Wärmepumpe oder Kleinwindanlage.

Verzicht auf Erker und Balkone

Nullenergiehäuser zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise, eine optimale Wärmedämmung der Gebäudehülle und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung aus. Der Bauherr verzichtet auf Gebäudeteile, durch die Energie entweichen könnte – so genannte Wärmebrücken. Dazu zählen beispielsweise Erker und Balkone.

Die Anordnung der Räume im Haus folgt ganz bestimmten Regeln. Für wenig beheizte Räume wie das Schlafzimmer sieht der Architekt die Nordseite des Gebäudes vor. Wohnräume plant er im südlichen Teil.

Bei dieser Raumaufteilung macht die Sonneneinstrahlung durch große, gut gedämmte Fensterflächen das Heizen im Frühling und Herbst überflüssig. Im Winter lässt das Dreifach-Isolierglas kaum Wärme entweichen. Die von Lampen und Elektrogeräten erzeugte Wärme kann bereits ausreichen. An besonders kalten Tagen sorgt eine Luft-Wärmepumpe für zusätzliche Wärme. Diese verwandelt in der Außenluft enthaltene Energie in nutzbare Wärmeenergie.

Lüften ohne Wärmeverlust

Nullenergiehaus

Um die Wärme des Hauses beim Lüften nicht zu verlieren, werden zum Lüften nicht die Fenster geöffnet. Die Frischluftzufuhr findet automatisch und kontrolliert über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung statt. Ein Wärmetauscher entzieht der Raumluft Wärme und mischt diese mit frischer Außenluft. Die Lüftungsanlage verteilt die erwärmte Frischluft in den Räumen. Das senkt den Heizenergiebedarf und schafft ein angenehmes Raumklima.

Solar- und Photovoltaik-Module liefern saubere Energie

Die Dachfläche eines Nullenergiehauses ist günstig nach Süden oder Süd-Westen ausgerichtet. So ist sie hervorragend für Solar- und Photovoltaikanlagen geeignet. Eine vier bis sechs Quadratmeter große Solarthermieanlage reicht aus, um das Wasser für einen Vierpersonenhaushalt aufzuheizen. Steht eine größere Fläche zur Verfügung können auch Wasch- und Spülmaschine durch die Nutzung sonnengewärmten Wassers Strom sparen.

Der Strom für ein Nullenergiehaus wird mit Hilfe einer Photovoltaikanlage erzeugt. Für diese gilt ebenfalls: Eine Ausrichtung nach Süd, Süd-West und ein Neigungswinkel der Module von 30 bis 45 Grad ist optimal. Um die effiziente Arbeit einer Anlage zu gewährleisten, sollte die gesamte Fläche der Solar- und Photovoltaik-Module nicht kleiner als 15 Quadratmeter sein.

Energieeffizientes Bauen treibt Architekten zu immer neuen Höchstleistungen an. Das zeigt sich nicht nur in der Energiebilanz, sondern auch in einer außergewöhnlichen Bauweise. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel mit Bilderstrecke Die Super-Energiesparer.